UA-176845053-2 Grundsätzliches zum Mann - Mens Mental Health

Männerleben und Männersein – über männliche Identität

In einem Männerleben tauchen viele Fragen und Probleme auf, auch Höhepunkte und Glücksmomente. Um all diese Dinge geht es auf dieser Website vor dem Hintergrund der Förderung der psychischen Gesundheit von Männern. Je mehr psychische Gesundheit Männer entwickeln und aufrechterhalten können durch die Fährnisse (dieses alte deutsche Wort bedeutet so etwas wie Gefahren, Unsicherheiten) des Lebens, desto besser tun sie sich selbst, aber auch ihren Frauen und Kindern (lesen Sie dazu auch hier: „Bezugsfamilie“ und „Männer als Väter“).  Da die Förderung der psychischen Gesundheit noch immer nicht im Zentrum der Bildung angekommen ist – und die der männlichen psychischen Gesundheit schon gar nicht – müssen die Anstöße für das Ziel „gesund und gebildet“ (Elmar Brähler) von außen kommen. MMH soll ein kompetenter und wirksamer Anstoß sein!


Männliche Identitäten – Der Reichtum des Lebens

Da diese Website überwiegend von Männern handelt und für diese gedacht ist, was nicht heißt, dass sie für Frauen uninteressant oder irrelevant wäre, beziehe ich mich auf männliche Identität und Geschlechtsrollenaspekte. Und ja: Es gibt eine männliche Identität – oder genauer männliche Identitäten - und das ist auch gut so! Die entscheidende Frage ist nicht, ob es sie gibt, sondern wie funktional (nützlich für Ihr Leben), realistisch (nachvollziehbar in Ihrem Leben) und flexibel (anpassungsfähig in Ihrem Leben) Ihre Identität als Mann ist.

Denn: Es gibt viele Wege als Mann durchs Leben zu gehen. Und deshalb gibt es auch viele Identitäten als Mann. Viele haben etwas mit Stärke, Kraft, Klugheit, Charme und Begierde zu tun und machen Männer zu Gewinnern (siehe auch: „männliche Archetypen“). Wenn ein Mann aus nährenden Quellen schöpfen kann, wird er diesen Reichtum des Lebens spüren und weitergeben.


Geschlechtsunterschiede (GU) sind real und oft biologischer Ursache

Die vielfältigen existierenden Geschlechtsunterschiede sind oft Resultat einer Millionen Jahre währenden Evolution der Geschlechter und nicht so sehr sozial konstruiert. Beispiel dafür ist das im Kapitel „Inside MMH“ dargestellte Extremitätsphänomen. Männer weisen hinsichtlich zahlreicher Merkmale ähnliche Mittelwerte wie Frauen auf, zeigen aber eine stärkere Streuung und damit Heterogenität. Lange et al. (2016) fanden, dass sich schon im Vorschulalter Jungen heterogener als Mädchen verhalten. Dies gilt für kognitive Leistungen, Persönlichkeitseigenschaften, aber auch Körpermerkmale und sogar Blutparameter.

Als Erklärung dafür kommen weder lerntheoretische noch konstruktivistische Theorien in Frage, da die Phänomene kulturübergreifend und schon in frühester Kindheit auftreten. Vielmehr sind sie durch geschlechtsdifferenzielle Reproduktionsvarianz (Euler & Lange, 2018) erklärbar. Dies bedeutet, dass Frauen, die ja zwei XX-Chromosomen aufweisen weniger Unterschiede im Erbgut weitergeben als Männer mit ihren unterschiedlichen XY-Chromosomen. Die Vorliebe für Heterogenität zeigt sich bei Männern schon im Unterschied der beiden Geschlechtschromosomen.

Außerdem haben Frauen durch ihre begrenztere Fähigkeit ihr Erbgut durch Befruchtung mit Spermien weiterzugeben im Unterschied zu Männern, die ihre Spermien viel breiter verstreuen konnten, weniger Chancen auf Heterogenität und Mutationen bei ihren Nachkommen.


Männerleben in prekären Verhältnissen

Neben den biologischen Unterschieden zwischen Männern und Frauen vor dem Hintergrund von Evolution und Selektion zählen natürlich auch die soziokulturellen Differenzen. Ich will in diesem Zusammenhang auf wenig beachtete Kontexte hinweisen.

Viele Männer leben auf den Schattenseiten oder in Unterdrückung, in Armut, Benachteiligung und im Unrecht. Männer – vor allem aus der Unterschicht - werden zunehmend zu Verlierern in der heutigen modernen Gesellschaft. Sie erleiden Gewalt durch andere Männer oder durch Frauen (Mütter und Partnerinnen), was immer noch ein Tabuthema ist und wenig in seiner Tragweite erkannt wird.

Sie können dann ihre Talente und Anlagen nicht entfalten und werden krank – an Körper und Seele. Auch um diese Männer geht es hier und sie finden viele Hinweise und Hilfestellungen (siehe auch: „Meine Angebote für Sie“), wie Sie Ihr Leben verändern und glücklicher werden können. Ein Mann ist dabei in seiner Identität bestimmt durch seine Herkunftsfamilie, seine Partnerschaft, seine Sexualität, seine Persönlichkeit, seine Sozialbeziehungen. Identitäten sind veränderbar und formbar.


Das Unbehagen der Männer an ihrer Identität

In der heutigen Gesellschaft versuchen viele Männer, sich als Mann zu verstecken, schämen sich Mann zu sein, weil dies das Geschlecht der „Täter“ sein soll, und fühlen sich insgesamt nicht stimmig mit sich selbst. Diese Verunsicherung als Mann ist das Resultat der großen Umbrüche des 20. Jahrhunderts in den Rollen der Geschlechter und der „Gendrifizierung“ der letzten Jahre, der Dominanz radikalfeministischer Positionen in der Geschlechter- und Gesellschaftspolitik.

Die Verunsicherung vieler Männer hält noch an und verstärkt sich sogar noch, weil an vielen Stellen (Bildungswesen, Vaterschaft, Medien) Männer heute die Verlierer der sogenannten Gleichstellungspolitik geworden sind. Daraus resultierend entwickeln Männer Selbstwertprobleme, Depressionen, Suchtprobleme, aber reagieren auch mit Gewalt und Radikalisierung. Dies sind keine adäquaten Lösungen. Davon sind auch viele Frauen und Familien negativ betroffen.


Männliche Identitäten und Identitätspolitik

Die Gesellschaftspolitik, und besonders die sogenannte Genderpolitik, muss sich aller Menschen annehmen und bei lauter Fokussierung auf Minderheitenpolitik (sogenannte Identitätspolitik) endlich auch wieder den zentralen Themen der Menschen in der Gesellschaft annehmen. Politik für alle Frauen, Männer und Kinder machen, also Politik für Menschen und Familien.

Die immer einflussreicher werdende Identitätspolitik mit der Fokussierung auf der Bevorteilung von Minderheiten ist langfristig gefährlich und zerstörerisch, vor allem für Familien und die Stabilität der Gesellschaft insgesamt.

Dass es männliche Identitäten gibt (und geben muss), ist kein Anlass, für jede zahlenmäßig noch so kleine Identitätsgruppe extrem breiten und tiefen Einfluss in der Gesellschaft zu installieren. Minderheiten sollen gleiche Rechte und Schutz vor Diskriminierung erhalten, müssen aber nicht zum Dauerthema in den Medien werden. Gleichberechtigung und Schutz vor Diskriminierung – ja, Übervorteilung und Überrepräsentanz – nein.

Die heute dominierende Form liberaler Identitätspolitik ist kein legitimer Nachfolger, sondern das Gegenteil historischer Emanzipationsbestrebungen der Arbeiterbewegung. Ihr Fokus auf Anerkennung immer kleinteiligerer Gruppenidentitäten, die anhand ethnischer, sexueller, sozialer oder kultureller Aspekte konstruiert werden, zielt nicht auf Solidarität und Gemeinsinn, sondern auf Subjektivität und Ausschluss ab. Statt um universalistische Forderungen nach schrankenlosen Zugängen zu Bildung, Gesundheit, Wohlstand und Teilhabe geht es um Sonderrechte. (ZEIT, März 2019)

Michael Bröning -Referatsleiter Internationale Politikanalyse der Friedrich-Ebert-Stiftung & verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift "Internationale Politik und Gesellschaft


Männliche Identität ist nicht toxisch, sondern im Idealfall stark und gerecht

Männer werden heutzutage unter dem Einfluss der Identitätspolitik und Gendrifizierung schlecht geredet und schlecht gemacht. Es ist richtig, dass Männer Täter sind, Gewaltdelikte und sexuellen Missbrauch begehen. All diese und weitere Verbrechen sind verabscheuenswürdig und vollständig abzulehnen. Diese Fakten, die insgesamt eine extreme Minderheit von Männern betreffen, geben jedoch niemandem das Recht, Männer insgesamt zu diffamieren, etwa als toxisches Geschlecht.

Männer sollten gerade heutzutage mehr denn je unterstützt werden, ihr Potential umfassend zu entwickeln und ihre positiven Attribute zu stärken. Ihr Potential besteht in Stärke, Gerechtigkeit, Klugheit und Schutz. Für den gelingenden Entwicklungsprozess sind in erster Linie Mütter und Väter und dann die gesellschaftlichen Instanzen (Schule, Gemeinde, Kirche) verantwortlich. So können Männer eine Identität der Stärke, Autonomie und Gerechtigkeit (siehe auch: Männliche Archetypen) entwickeln. Ihre Identität muss entwickelt und gefördert und nicht durch identitätspolitische Irrationalitäten zersetzt werden.


Die Mehrzahl der Menschen braucht keine Identitätspolitik, sondern die gerechte Vertretung ihrer Belange unter Wahrung der Würde aller

Damit Männer ihre Potentiale entwickeln und sie sich verwirklichen können, bedarf es nicht nur der Abwesenheit von psychischen Störungen, sondern eines klaren Blicks und eines differenzierten Denkens auf der Basis von Klugheit, Weisheit, Freiheit und Aufklärung.

Die postmodernen Bewegungen der Gendrifizierung und der Queer-Theories haben einen großen gesellschaftlichen Einfluss - vor allem an den Hochschulen und in den Medien - gewonnen. Oft fühlen sich junge Menschen in Familien oder an Schulen und Hochschulen verwirrt und unsicher, was sie dazu denken sollen und vor allem sagen dürfen. Jungen und Mädchen, Männer und Frauen brauchen diesbezüglich Klarheit und Wahrheit und wissenschaftlich-fachliche Redlichkeit, um sich psychisch gesund zu entwickeln.

Die erwähnten Strömungen der Gendrifizierung und der Queer-Theories mögen für Menschen im Einzelnen hilfreich sein. Dabei sollte jedoch nicht die Mehrheit und Mehrzahl der Männer und Frauen vergessen werden, für die diese Strömungen weniger Relevanz besitzen und deren Mehrheitsbelange zu oft im Anbetracht der Dominanz der Identitätspolitik vergessen oder für unwichtig erachtet werden.


Mentale Gesundheit von Männern muss proaktiv und positiv gefördert werden

Für die psychische Entwicklung der Männer ist es entscheidend, dass Jungen nicht von klein an das Gefühl des Nicht-Stimmens, des Nicht-Passens und des Gefährlichseins beigebracht wird, wie dies weite Teile der heutigen Erziehungs- und Bildungsinstanzen unter dem Einfluss des Radikalfeminismus und der sogenannten Gleichstellungspolitik propagieren. Dies stellt eine latente Form der Diskriminierung dar. Erfahren Sie hier mehr über die Folgen.


Männer sind nicht toxisch

Viele Medien und Vertreterinnen des Feminismus suggerieren inzwischen, dass Männer im Kern toxisch, damit gefährlich, gewalttätig und unakzeptabel sind. Dies ist als diskriminierend und stigmatisierend zurückzuweisen. Die ca. 3 – 5% der Männer, die Probleme im Bereich der Impulskontrolle und des Gewaltverhaltens aufweisen, verdienen genauso Prävention (als Jungen) und Behandlung bzw. Therapie wie auch Gewaltopfer. 

Genauso müssen sie sich für ihr Verhalten verantworten. Was jedoch von entscheidender Wichtigkeit ist: Sie müssen in ihrem Gewordensein gesehen werden und sie brauchen frühe und umfassende Hilfen, damit sich die Gewaltprobleme im Idealfall erst gar nicht entwickeln. Dabei helfen stigmatisierende Kampagnen nicht! Auch wenn es schwierig erscheint: Gewalttäter, die im Übrigen allzu oft in ihrer Kindheit Opfer von Gewalt in jeglicher Form wurden, verdienen genauso der Empathie für ihre Probleme wie Gewaltopfer. Das hilft auf die lange Sicht Opfern und Tätern am meisten!