UA-176845053-2 Kontroversen und Debatten – Zum Mitdenken und Mitreden - Mens Mental Health

Hintergründe & Kontroversen

Der weiße, alte Mann – eine Problemanzeige?

Der weiße, alte Mann ist inzwischen das Hass- und Negativstereotyp unserer Epoche, insbesondere aus Sicht des Radikalfeminismus und der sogenannten Identitätspolitik. Der weiße, alte Mann ist in unserer Kultur nicht mehr erwünscht und schon gar nicht mehr gefragt. Die Abläufe im Kontext mit #Metoo und dem Fall George Floyd (Mai 2020) zeigen, dass Frauen und Afroamerikaner immer bereiter und kompetenter sind, für ihre Bedürfnisse einzutreten, aber gleichzeitig auch bisweilen über das Ziel hinausschießen, indem einzelne weiße Männer, die Täter geworden sind, als Prototypen für den weißen Mann an sich stehen. 

Dieser wird als Bösewicht, personifiziertes Übel und Verkörperung des Kolonialismus ausgemacht und haftbar gemacht. Dass damit wieder neues Unrecht und neue Diskriminierung geschieht, ist vielen, die sich jetzt im Recht glauben, nicht klar. Nicht nur Weiße können rassistisch und diskriminierend sein.


Auch weiße Männer können Opfer sein

Obwohl identitätspolitisch motivierte Personen vorgeben, sich für die Interessen von Minderheiten einzusetzen, geschieht dies nicht für ältere, oft einsame, kranke Männer. Diese haben keine Lobby in der offiziell nach Gleichheit und Gerechtigkeit strebenden postmodernen Gesellschaft, alleine schon weil sie weiß und alt sind. Dies sind schon zwei vorurteilsbehaftete Stereotypen. Diese Männer passen nicht in das Stereotyp der Bedürftigkeit oder gar Opferschaft, vielleicht sogar nur weil sie Männer sind.

Es sollte aber nicht verkannt werden, dass gerade unter älteren Männern - welcher Hautfarbe auch immer - die Zahl der Einsamen, der psychisch Kranken und der gesellschaftlichen Verlierer und Isolierten steigt. Nicht selten ist diese Lebenssituation so schwer zu ertragen, dass es zu Alkohol- und Medikamentenmissbrauch und –abhängigkeit kommt. Bisweilen führt der Alkoholmissbrauch jedoch auch genau erst in das Dilemma der Isolation und Einsamkeit.


Stereotypen enthalten Wahrheit - sind aber nicht „wahr“

Wie konnte es soweit kommen? Ohne Zweifel hat – wie bei jedem Stereotyp – die Zielperson etwas mit dem Inhalt des Stereotyps zu tun. Oder mit anderen Worten: Es ist mehr als ein Körnchen Wahrheit daran, dass manche ältere weiße Männer sexistisch, rassistisch, narzisstisch - und was auch immer an negativen Verhaltensweisen denkbar ist – sind. Da liegt gleichzeitig das Problem: Sie sind es nicht mehrheitlich, sie können es in Einzelfällen - oder auch durchaus auch in vielen Fällen - sein! Sie sind es aber nicht an sich oder auch nur mehrheitlich, wie das Stereotyp glauben lässt. Der weiße, ältere Mann an sich ist nicht so! Daher ist die Aussage über den weißen, alten Mann im Kern nicht wahr!


Das Stereotyp vom weißen, alten Mann als Kampfvokabel im identitätspolitischen Geschlechterkampf

Gerade die Ideologen und Propagandisten, die das Stereotyp des weißen, alten Mannes als Hassobjekt hochhalten und unbarmherzig auch gegen die Mehrheit der nicht deliktbeladenen Männer verbreiten, sind oft weltanschaulich in den Bereichen Rassismus, Sexismus, Diversity, Gender verortet, wollen vorgeblich für gesellschaftliche Gerechtigkeit sorgen, sind aber bei genauerer Betrachtung keineswegs gerecht, objektiv oder gar wissenschaftlich exakt. Sie benutzen das Stereotyp als Kampfmittel gegen die Mehrheit der Männer, die fair, gerecht und nicht gewalttätig sind. 

Andererseits sind sie erstaunlich übersensitiv und hyperkorrekt, wenn es um andere Gruppen (Minderheiten, benachteiligte Gruppen) geht. Insgesamt jedoch erweist sich der Umgang mit älteren Männern von Seiten der vermeintlich minderheitenschützenden IdentitätspropagandistInnen als ideologisch motiviert, diskriminierend und letztlich nicht haltbar. All dies ist ein Zeichen persönlicher Unglaubwürdigkeit und Unausgewogenheit und die meisten vermeintlich wissenschaftlichen Arbeiten aus diesen Quellen erweisen sich bei genauerer Prüfung selbst als Diskriminierung und Stigmatisierung.


Männer gelten heutzutage immer häufiger als „toxische Problemfälle“

Männer erscheinen heute in der Gesellschaft und Politik immer häufiger als Problemfälle: Täter, Grapscher, Vergewaltiger, Misshandler, auf jeden Fall als riskant und im Kern gefährlich – eben toxisch für andere Menschen, besonders Frauen und Kinder. Diese Negativsicht auf das männliche Geschlecht und auf Männlichkeit als solche, die inzwischen auch von vielen Männern selbst internalisiert wird, ist über viele Jahrzehnte hinweg entstanden, hat aber in letzter Zeit an Stärke und Beschleunigung zugenommen. Das Ganze jedoch, obwohl es nur auf eine Minderheit von Männern zutrifft. Die Zahl der hochgradig aggressiven und antisozialen Männer kann auf höchstens 5 – 6% aller erwachsenen Männer geschätzt werden.


Das Bild von Männlichkeit in vielen Medien ist ein Zerrbild

Die Gefahr liegt in der Generalisierung des Negativbildes und einer automatischen Zuschreibung negativer Eigenschaften auf alle Männer, beginnend schon in der Kindheit gegenüber Jungen als potentielle Aggressoren, Täter und Gefahrenquellen. Dies bedeutet eine erhebliche Gefahr der Stigmatisierung, Diskriminierung und Erzeugung zusätzlicher selbsterfüllender Prophezeiungen. Männlichkeit wird dementsprechend in vielen Medien - gerade auch sogenannten Qualitätsmedien - mit negativen Eigenschaften assoziiert. 


Klar ist jedoch: Alle Männer, die Fehlverhalten, wie Gewalt, Missbrauch, Kriminalität zeigen, müssen zur Rechenschaft gezogen werden! Diese Maxime gilt im Übrigen natürlich für alle Menschen. Viele der Täter, die im transgenerationalen Zyklus der Wiederholung von Gewalt stehen, brauchen therapeutische Hilfe. Prävention wäre dabei noch besser.


Gewaltverhalten bei Männern hat immer eine Geschichte

Dass die Entwicklung von Männern zu Gewalttätern – gerade im Bereich der sexuellen und physischen Gewalt – viel mit ihrer Biographie, frühen eigenen Traumatisierungen und Vernachlässigung zu tun hat, wird selten begleitend erwähnt, sollte jedoch nicht vergessen werden. Gewaltverhalten bei Männern hat immer eine Geschichte - keine gute!

Abwesende oder prügelnde Väter, lieblose, vernachlässigende Mütter, versagende Institutionen sind nur einige der meist sehr komplexen Hintergründe und Ursachen. Auch ein böser, alter, weißer Mann war einmal Kind und Junge. Auch Donald Trump als lebendes und praktizierendes Beispiel maximal negativer Männerklischees war ein Kind, und das übrigens als Junge eines schwer narzisstischen Vaters und Großvaters. Es geht nicht darum, Fehlverhalten zu entschuldigen, sondern es muss darum gehen, Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen, zu verhindern oder zu behandeln.


Männer sind Opfer und Täter

Wie viele Studien zur Gewaltforschung zeigen, sind Männer nicht nur Täter, sondern auch Opfer von Gewalt. Sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich.