UA-176845053-2 Selbstbestimmtheit im Leben von Männern

Januar 10

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Selbstbestimmtheit im Leben von Männern – eine Lebenskunst (Männerrat #43)

Viele Männer leiden unter übermäßiger sozialer und emotionaler Abhängigkeit von wichtigen Frauen in ihrem Leben, oft ohne dass ihnen dies bewusst ist. Ihr Leben ist nicht selten über Jahre und Jahrzehnte fremdbestimmt. Die Mütter und Partnerinnen mit ihrem starken emotionalen Einfluss bestimmen das Leben von Männern viel stärker als dies umgekehrt der Fall ist. Jungen werden heutzutage in starkem Maße in Bezug auf ihre Geschlechtsidentität von Frauen negativ und verunsichernd erzogen, ohne dass es einen korrigierenden Einfluss von Männern gibt. Letztendlich kann diese Abhängigkeit von Frauen im Lebensverlauf von Männern dahin führen, dass sie ihr Leben für jemand anderen führen, aber nicht für sich selbst, ohne dies zu merken oder mit stillem Leiden daran. War früher die Nation („Germania“) die Zielgröße, für die Millionen Männer ihr Leben opferten, besteht die Problematik heute in übermäßig fremdbestimmten und abhängigen Beziehungen. Dies entspricht durchaus manchen älteren Modellvorstellungen (Minne, Romantik), erweist sich aber heutzutage als dysfunktional in Anbetracht von Scheidungsregelungen (Unterhaltszahlungen, Umgangsrecht) und Genderquoten. 

Erziehung als Ursprung späterer Fremdbestimmung

Eine auf psychische Gesundheit und persönliche Stabilität orientierte, funktionale Erziehung würde altersangemessen die Entwicklung von Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit des Kindes fördern. Während am Lebensanfang Schutz, Wärme, Fürsorge und Liebe unabdingbare Voraussetzungen sind, sollten im späteren Verlauf auch die Neugier, Entdeckungsfreude, die kognitive Förderung und emotionale Ausdrucksfähigkeit durch die Eltern gefördert werden. Neben der Mutter, die zunächst in der Bindungsentwicklung (auch schon pränatal) die zentrale Rolle spielt, ist die Präsenz und Liebe des Vaters von zentraler Wichtigkeit. Allzu oft herrschen symbiotische oder andere dysfunktionale Mutter-Kind-Konstellationen vor, die den Jungen das Erwachsenwerden als Mann verunmöglichen.

Männerbashing gehört heute zum „guten Ton“ für vermeintlich Progressive

Die gesellschaftliche Abwertung von Männlichkeit

Durch Medienbotschaften, Lehrkräfte und oft auch die eigenen Eltern erleben Jungen oft das Gefühl der Minderwertigkeit und toxischen Andersartigkeit im Vergleich mit Mädchen. Sie lernen einerseits, dass Mannsein und Männlichkeit negativ besetzt und toxisch sind. Welche Spuren dies andererseits auf die lange Sicht hinterlassen wird, ist heute noch nicht in Gänze absehbar. Es wird mit ziemlicher Sicherheit dereinst noch größere gesellschaftliche Probleme auslösen, als dies heute schon der Fall ist. Die feindselige Akzentuierung alles Männlichen ist in vielen Medien, politischen Parteien und gesellschaftlichen Subgruppen heute Alltag und „guter Ton“. Die Verunglimpfung weißer, alter Männer ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und wird von vielen, die es betrifft, sogar noch mitgetragen. Eine sehr spezielle Form der psychologischen Abwehr und Mutlosigkeit. Die Protagonisten dieses Männerhasses („Misandrie“), halten sich für progressiv, sind jedoch einfach nur voller Hass und Hetze. Ihnen geht es im Kern um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Psychische und gesellschaftliche Folgen des Männerbashings

Bei den Männern führt dieses soziale Klima zu übermäßiger Anpassung, Angst und Selbstwertproblemen einerseits, aber auch zu Wut, Widerstand und Überbetonung des Männlichen andererseits. Es ist durchaus vorstellbar, dass dereinst dominant-patriarchale Muster in Kombination mit der ungezügelten islamischen Zuwanderung in unserem Land die Oberhand gewinnen. Dies wäre eine aus liberaler Sicht ganz und gar nicht wünschenswerte Zukunft. Deshalb gilt es, diesen dysfunktionalen Entwicklungen heute ein Ende zu setzen. Im Vordergrund muss die Gleichwertigkeit aller Menschen, Männer und Frauen, stehen. Wo Misogynie bekämpft wird, muss auch Misandrie bekämpft werden.

Die Rechte aller Menschen müssen stets im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit und des politischen Strebens stehen. Der heutige Zustand mit einseitiger Überbetonung der Frauenperspektive und Ignoranz der Männerperspektive ist nicht länger hinnehmbar. Die Realität erzeugt eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegen ältere, weiße Männer. Diese haben nicht selten durch ihr Verhalten, ihre Leistungsbereitschaft und Hingabe die Prosperität und den Wohlstand für alle geschaffen. Zeit, dass sie und alle Menschen guten Willens sich gegen den Zeitgeist aus Hass und Hetze wehren. 

Männerfeindlicher Zeitgeist – Misandrie als konformes Verhalten

Jungen, die in einer männerfeindlichen Atmosphäre aufwachsen, erleiden ein größeres Risiko zur Entwicklung neurotischer Störungen. In Großbritannien will die Labour-Regierung gerade Kurse für 11-jährige Jungen gegen Misogynie verpflichtend machen. Wer kümmert sich um Misandrie (vgl. Die Macht des Feminismus in Bezug auf Männer – von Misandrie bis Selbstbezichtigung), die wesentlich weiter verbreitet ist, aber nicht wahrgenommen wird? 

Jungen entwickeln in einer solchen Atmosphäre immer mehr Schuldgefühle, Selbstwertprobleme, Ängste und Depressionen. Sie werden damit auch auf dem Partnermarkt weitgehend unattraktiv, weil sie die bevorzugten Qualitäten junger Frauen in Richtung Beschützer, Stärke und Erfolg nicht erfüllen. Sie erleben oft Probleme, eine passende Frau als Partnerin zu finden, was bis zur Symptomatik des unfreiwillig ohne Sexualität lebenden Mannes führen kann. Die entsprechenden Misserfolgserlebnisse verstärken die schon bestehende Problematik. Zu den neurotischen Problemen kommen nicht selten problematischer Substanzkonsum (Alkohol, Drogen), exzessive Verhaltensweisen (Glücksspiel, Pornokonsum) und Suizidalität.

Für andere Jungen bedeutet die männerfeindliche gesellschaftliche Stimmung in Deutschland einen Widerspruch zu ihren kulturellen Werten. Insbesondere Jungen aus islamischen Kontexten können mit der hyperfeministischen westlichen Wertewelt nichts anfangen, lehnen diese nachhaltig ab und zeigen darum oft noch verstärkt ihre patriarchale Orientierung. Diese wird in ihren Familien im Regelfall vorgelebt und dann auch bei ihnen verstärkt. Einer Frau nicht die Hand zu geben, ist dabei noch eines der milderen Symptome. 

Grenzen und Chancen der Selbstbestimmtheit im Leben von Männern

Um ein zufriedenstellendes, psychisch gesundes Leben zu führen, ist Selbstbestimmtheit unbedingt notwendig. Das Ausmaß an Selbstbestimmtheit mag dabei variieren. Was ist überhaupt Selbstbestimmtheit? Es ist im Kern die Möglichkeit, über sein Leben in hohem Maße zu bestimmen und längerfristig nicht unguten, zerstörerischen Fremdeinflüssen ausgesetzt zu sein. Natürlich gibt es viele Dinge und Ereignisse, die nicht beeinflusst und bestimmt werden können. Um die geht es hier auch nicht. Die Fähigkeit, beeinflussbare von nicht beeinflussbaren Dingen zu unterscheiden, ist eine wichtige Grundvoraussetzung für Selbstbestimmtheit. So kann ein Mann seine körperliche und psychische Fitness sehr gut durch eigenes Verhalten (Disziplin, Selbstkontrolle, Weisheit) beeinflussen, aber eine genetisch bedingte oder durch Lebensereignisse eingetretene Schwäche oder Erkrankung liegt außerhalb des Beeinflussbaren. Der Umgang damit ist jedoch beeinflussbar.

Fremdbestimmtheit in Partnerschaften – Zumutungen für Männer!?

In Partnerschaften zeigen sich Probleme mit der Selbstbestimmtheit meist besonders deutlich. Wenn der Mann Dinge tut, die ihn selbst auf Dauer deutlich schaden, weil er seiner Partnerin gefallen will und entsprechend viele Gefallen tut, ist dies ein untrügliches Zeichen von Fremdbestimmtheit. Im Hintergrund können starke Ängste und Abhängigkeiten bei den Männern bestehen, insbesondere vor Verlassenwerden, Einsamkeit, Zurückweisung und Liebesverlust. 

Selbstbestimmtheit beginnt mit der Wahrnehmung der eigenen Grenzen, der unabdingbaren Bedürfnisse und der Verwirklichung dieser Basiselemente im eigenen Leben. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass manche Wünsche und sogar tägliche Selbstverständlichkeiten im Verhalten der Partnerin im Kern Zumutungen sind. Erwartet eine Partnerin mit gutem Einkommen, dass ihr Mann alle Kosten des täglichen Lebens trägt, entspricht das einerseits dem klassischen Rollenmodell, dass sie an anderer Stelle als Patriarchat heftig kritisiert, sich im eigenen Alltag aber gerne gefallen lässt. Eine Zumutung für den Mann!

Wird nach einer Trennung oder Scheidung der Zugang zu den Kindern für den Vater reduziert, streng limitiert und im Alltag sabotiert, so dass er völlig unterbleibt, leidet der Mann darunter oft massiv. Die Beziehung zu den Kindern bleibt langfristig oft auf der Strecke. Es entwickelt sich eine – oft ein Leben lang andauernde - Eltern-Kind-Entfremdung, die auch die Kinder dauerhaft schädigen kann. Eine Zumutung für den Vater!

Wenn ein Mann sich in der Situation wiederfindet, dass er fälschlicherweise eines Gewalt- oder Missbrauchsdelikts gegenüber Partnerin oder Kindern bezichtigt wird, dass dies aber eine erfundene, also falsche, Anschuldigung ist, kann dies seine gesamte wirtschaftliche und soziale Existenz zerstören. Rechtspsychologische Studien in USA zeigen, dass mindestens ein Drittel solcher Anschuldigungen frei erfunden, also erlogen, sind („false allegations“). Die Täterinnen müssen dafür in Deutschland keine relevante Bestrafung befürchten. 

Mehr als eine Zumutung für den unschuldigen Mann!

Diese wenigen Beispiele zeigen, wie vorsichtig Männer in der heutigen Gesellschaft sein müssen. An vielen Stellen lauern Probleme und Fallstricke. Ihre Gutmütigkeit und Leichtgläubigkeit werden schnell als Naivität und Ahnungslosigkeit ausgenutzt. Weitere Beispiele aus der Arbeits- und Familienwelt ließen sich zusätzlich mühelos finden. Im Hintergrund sind dafür Negativzuschreibungen der feministisch dominierten Medien gegenüber Männern verantwortlich. Es braucht ein Umdenken, dass die Bedürfnisse von Männern gleichwertig sind und sie an vielen Stellen in der heutigen Gesellschaft die Benachteiligten sind. Das Vorhandensein einer vergleichsweise kleinen Minderheit antisozialer, toxischer Männer wurde von Medien und Aktivistinnen zur toxischen Männlichkeit generalisiert, um das Geschlecht an sich zu beschädigen. Es braucht ein Umdenken und Umlenken in Richtung positiver Wertschätzung für Männer und prosoziale Männlichkeit.

Die Macht der Fremdbestimmung

Fremdbestimmung auf gesellschaftlicher Makroebene

Alle Menschen sind in der Gefahr, Fremdbestimmung zu erleiden und durch sie unterjocht zu werden. Auf gesellschaftlicher Makroebene sind es Bürokratismus, informelle und offene Einschränkungen der Meinungsfreiheit, links- und rechtdoktrinäre Ideologien, welche die Freiheit einschränken und Fremdbestimmung maximieren. Die wieder aufgeblühte Kriegsrhetorik und drohenden Kriegsgefahren sollten Männer – gerade in Deutschland in Kenntnis seiner Geschichte – besonders sensibel machen. Sie waren über Jahrhunderte die Opfer und werden es im Falle eines Krieges primär wieder sein. Auch die umfassende Meinungsmanipulation in den Medien trägt zu gesellschaftlicher Fremdbestimmung bei. 

Fremdbestimmung von Jungen im Alltag: Familie und Bildungssystem

Auf der Mikroebene sind Männer besonders gefährdet, fremdbestimmt zu werden. Dies beginnt schon mit Erziehungspraktiken in der Familie und setzt sich im Bildungssystem fort. Gynozentrismus, die Fokussierung und Dominanz rein frauenspezifischer Werte und Haltungen, ist seit Jahren das latente Problem, der Elefant im Raum. Grenzüberschreitendes Verhalten, Nonkonformität gegen über Regeln, die nicht hinterfragt werden sollen, und Widerstand im Angesicht von Anpassungsdruck sind bei Jungen häufiger als bei Mädchen zu finden und werden heutzutage oft in harscher Weise bekämpft. Die Verhaltensweisen sind Symptome des Freiheitsstrebens. Diese Tendenzen werden im Bildungswesen (Kindergarten, Schule, Hochschule) überwiegend nicht verstanden, sondern meist von feministisch indoktrinierten Fachkräften bekämpft. 

Heutzutage präferieren interessanterweise Frauen mehr linke, grüne – und damit dogmatisch-kontrollierende – politische Haltungen, während Männer mehr rechte, libertäre und konservative Haltungen unterstreichen. Das Streben vieler Männer geht in Richtung Freiheit und Selbstbestimmtheit. Oft waren sie in der Geschichte die Vorkämpfer für Freiheit, was in der heutigen Zeit nahezu tabuisiert worden ist. 

Die Abwertung jungentypischen Verhaltens – mehr Exploration, Risikofreude, Grenzüberschreitung – als Anzeichen toxischer Männlichkeit macht es den sich entwickelnden männlichen Jugendlichen schwer, eine gesicherte Geschlechtsrollenidentität zu entwickeln. Die Ideologen des linken und radikalfeministischen Lagers wollen dies auch gar nicht, weil alles Männliche in ihren Augen schlecht und toxisch ist. Die Identitätsverwirrung, die ihre Botschaften in Medien und im Bildungswesen stiften, sind also gewollt und gezielt. Es geht darum, so wenige selbstsichere Männer wie möglich in der nächsten Generation zu haben. Sie nehmen lieber identitätsdiffuse Jugendliche mit allen negativen Konsequenzen in Kauf als noch mehr selbstsichere Männer. Dabei ist eine funktionale männliche Identität heutzutage eine gute Mischung aus Stärke und Sensibilität, Zielstrebigkeit und Mitgefühl, Beschützerfähigkeiten und Empathie und eben Selbstbestimmtheit und Soziabilität. 

Schritte zur Selbstbestimmtheit

Um Selbstbestimmtheit zu erreichen, bedarf es mutiger Schritte gegen die längst etablierten Fremdbestimmungsgewohnheiten. Diese beginnen schon im Kindergarten mit dem Hinterfragen, dass die von den Mädchen favorisierten Spiele von den 90% weiblichen Fachkräften implizit auch favorisiert werden. Für die Spiele der Jungen herrschen meist wenig Sympathie oder gar keine Angebote. Im Schulsystem setzt sich diese Ungleichgewichtung der männlichen und weiblichen Werte und Muster weiter fort. In den Schulbüchern dominieren verständnisvolle, empathische Mädchen. Jungen stehen oft am Rande, sind in den Augen vieler Fachkräfte auf unangenehme Weise „anders“ und werden nur akzeptiert, wenn sie sich der weiblich dominierten gefühligen Welt anpassen. Männliche Helden als Vorbilder sucht man heutzutage vergeblich. Dies trifft nicht nur den listenreichen Odysseus oder den jugendlichen Alexander, den Großen. Selbst Helden wie Gandhi, Mandela oder Bonhoeffer sind aus dem Bewusstsein weitgehend verdrängt. Sie haben eben das falsche Geschlecht und sind dadurch No-Go-Helden.

Selbstbestimmtheit stärken! Aber wie?

Gerade Männer, die aus schon für Jungen entfremdenden Kontexten in Familie und Gesellschaft stammen, sollten ihre Selbstbestimmtheit gezielt stärken. Dies geht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Entwicklungsprojekt, gegen innere Ängste und gesellschaftliche Widerstände. Am Anfang steht die Selbstüberprüfung. Kann ich über mein Leben ausreichend selbst bestimmen? Oder gibt es Einschränkungen, bei denen ich einseitig verliere? Wenn Männer etwa nach Trennung und Scheidung den Zugang zu ihren Kindern ungewollt verlieren (Eltern-Kind-Entfremdung), aber Unterhalt bezahlen müssen, ist dies Ausdruck einer politisch gewollten Fremdbestimmung. Diese ist ungerecht und ungerechtfertigt. Sie entspricht einer Ungleichbehandlung von Mutter- vs. Vaterschaft. Während die Rechte von Frauen über Jahrzehnte gestärkt wurden, haben sich Gesetzgeber und Verantwortliche, d.h. vor allem die Abgeordneten der politischen Parteien, so gut wie nicht um Vaterrechte gekümmert.

Ganz ähnlich sieht es mit der Situation der Männer insgesamt aus. Während allenthalben Genderquoten zugunsten der Frauen eingeführt wurden und deren Karrieren - letztlich auch bei mangelnder Kompetenz - erzwungen werden, wurde nichts Entsprechendes für Männer in wichtigen und dringenden Bereichen installiert. Dies betrifft inzwischen nahezu alle Sozial-, Gesundheits- und Erziehungsberufe, wo seit Jahren der Männeranteil sinkt, ohne dass es irgendwelche Verantwortlichen alarmiert hätte.

Die Folgerung ist: Männer müssen die Verbesserung ihrer Lage selbst herbeiführen. Noch erleben sie viele Nachteile, ohne dass dies den meisten Menschen bekannt ist: Männer sterben durchschnittlich 4.5 Jahre früher als Frauen, begehen dreimal so oft Suizid, stellen mehr als 90% aller tödlichen Opfer von Arbeitsunfällen und verlieren jährlich in über 50.000 Fällen ungewollt den Kontakt zu ihren Kindern nach Scheidung. Schon seit Jahren erreichen ca. 10% weniger Jungen als Mädchen das Abitur. Ähnliche Entwicklungen an den Hochschulen stehen ins Haus. Dies alles ist gesellschaftlicher Sprengstoff. Mit dem hohen gegenwärtigen Ausmaß an Männerfeindlichkeit („Misandrie“) kann es nicht weitergehen. 

Selbstbestimmtheit zeigt Konturen

Immer mehr Männer realisieren, wie oft sie fremdbestimmt werden. Wenn sich junge Männer gegen die Wehrpflicht wehren, die in Deutschland nur sie trifft, oder wenn immer weniger Männer heiraten und Kinder bekommen wollen, sind dies Anzeichen eines sich wandelnden Bewusstseins. Auch Benachteiligungen am Arbeitsmarkt aufgrund von Gender-Quoten für junge hochqualifizierte Männer werden immer öfter spürbar. Da werden Männer ausschließlich aufgrund ihres Geschlechts von hochdotierten Stellen ferngehalten, um eine reale oder fiktive Frauenquote zu erfüllen.

Vielerorts sind dort schon Paritäten zwischen Frauen und Männern erreicht, die Quotierung hört jedoch nicht auf, weil es in den Gleichstellungsgesetzen keinen Deckel gibt, der bei Erreichen der Parität die Quotierung beenden würde. Dass in den meisten Sozial-, Erziehungs-, Bildungs- und Gesundheitsberufen Frauenanteile von 50% bis 90% vorherrschen, hat bislang keine Gegenreaktion zugunsten von Männern ausgelöst. Männer müssen ihre Zukunft, ihre beruflichen Chancen und ihre familiären und gesellschaftlichen Rollen selbst in die Hand nehmen und faire Behandlung einfordern. Das Unbehagen mit den Benachteiligungen des männlichen Geschlechts wächst immer mehr, während in den Medien immer nur vom privilegierten Patriarchat die Rede ist.

Selbstbestimmtheit in Beziehungen

Das Erlernen oder die Wiedererlangung von Selbstbestimmtheit beginnt in den privaten Beziehungen, vor allem den Partnerschaften. Selbstbestimmte Beziehungen beruhen auf drei gleichwertigen Prinzipien:

  1. Eigenständigkeit: Jeder bleibt verantwortlich für seine Gefühle, Entscheidungen und Handlungen.
  2. Verbundenheit: Beziehung bedeutet Engagement, Interesse, Mitgefühl und Verlässlichkeit, aber keine Selbstaufgabe.
  3. Grenzen: Nähe endet dort, wo Selbstachtung oder psychische Integrität verletzt werden.

Problematisch wird es besonders, wenn Nähe an Bedingungen geknüpft ist, die bei Zuwiderhandlung entzogen wird. Dies betrifft etwa Zustimmung zu eigenen Vorschlägen und Entscheidungen um jeden Preis, emotionale Verfügbarkeit ohne Gegenseitigkeit und Schuld oder Angst als Bindemittel. Unter den genannten Bedingungen wird Beziehung zur subtilen Form von Fremdsteuerung.

Familie: Loyalität, Schuld und Ablösung

Familienbeziehungen sind der stärkste Gegenspieler von Selbstbestimmtheit. Nicht wegen böser Absicht, sondern wegen tief verankerter Loyalitäts- und Abhängigkeitsmuster. Zentrale Konfliktlinien in Familien sind Loyalität vs. Autonomie, Dankbarkeit vs. Selbstschutz und Schuldgefühle vs. Selbstachtung. Diese Konflikte sollten selbstreflexiv bearbeitet und wenigstens reduziert, im Idealfall gelöst werden. Dies kann durch eigene Veränderung, aber eher durch psychotherapeutische Hilfe oder Unterstützung in Männergruppen geschehen. Insbesondere wenn Nähe erzwungen wird, Verantwortlichkeit zum Zwang werden soll und Schuldgefühle bei Distanzierung oder Abgrenzung automatische Folge sind, liegt eine übermäßige Fremdbestimmung vor. Selbstbestimmtheit in der Partnerschaft und Familie bedeutet nicht Kontaktabbruch, sondern dringend nötige Rollenklärung. Folgende Leitsätze können als Einstieg helfen: Ich bin nicht zuständig für die ungelösten Konflikte anderer. Ich darf Erwartungen enttäuschen. Nähe ist freiwillig und nicht moralisch erzwingbar.

Selbstbestimmtheit als Beziehungsreife

Reife Selbstbestimmtheit zeigt sich nicht in Härte, sondern in innerer Stabilität und Gelassenheit. Kennzeichen solcher Selbstbestimmtheit sind: Ich kann Nähe zulassen, ohne mich zu verlieren; ich kann Distanz halten, ohne negativ zu verurteilen; ich bleibe ansprechbar, ohne jederzeit verfügbar zu sein; ich übernehme Verantwortung, aber keine Fremdschuld. Selbstbestimmtheit ist damit kein Beziehungshindernis, sondern eine Voraussetzung für eine gelingende, reife Beziehung. Selbstbestimmtheit im Leben von Männern ist damit keine ideologische Forderung, sondern eine Grundvoraussetzung für psychische Gesundheit, tragfähige Beziehungen und persönliche Integrität.

Die ersten Schritte zu mehr Selbstbestimmtheit im privaten Leben

(1) Kleine Schritte sind wirksamer und besser als große Schritte, die am Ende nur überfordern. Erstelle Dir daher eine Übersicht über die ersten Schritte, die Du gehen willst!

(2) Mache Dir klar, was Deine wichtigsten Bedürfnisse sind und inwieweit sie erfüllt bzw. nicht erfüllt sind! Wie viel Fremdbestimmung gibt es in Deinem Leben? 

(3) Lerne Deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen kennen und diese deutlich zu machen! Indem Du sie Dir selbst klar machst und verbalisierst, gehst Du den ersten Schritt in Richtung Veränderung und mehr Selbstbestimmtheit. 

(4) Hole Dir Unterstützung auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung! Ob es eine Psychotherapie oder eine Männergruppe oder beides ist, zusammen mit der Hilfe anderer ist der Weg erfolgreicher und leichter. 

(5) Genieße Deine erreichten Veränderungen mit mehr Selbstbestimmtheit! Wenn es gelingt, macht es auch Dein Beziehungsleben reicher und intensiver. 


Tags

Beziehung, Dependenz, Familien, Fremdbestimmtheit, Grenzen, Jungen, Lebenskunst, Männerbashing, Misandrie, Partnerschaft, Psychische Gesundheit, Selbstbestimmung


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