UA-176845053-2 Männlichkeit in Zeiten der Zeitenwende - Mens Mental Health

März 17

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Männlichkeit in Zeiten der Zeitenwende

Die durch den Aggressionskrieg gegen die Ukraine entstandene politische Situation im Frühjahr 2022 hat den westlichen, vor allem deutschen, Idealismus und Hyperpazifismus kalt erwischt und erfordert eine Neubestimmung von Männlichkeit in Zeiten der Zeitenwende.

Es wurde großen Teilen der Bevölkerung schlagartig klar, auf welch tönernen Füßen die hiesige Überzeugung stand, mit rein pazifistischen und radikalfeministischen Werten die Sicherheit und das Wohlergehen der Bevölkerung zu sichern. Nur wer stark und wehrhaft ist, wird nicht angegriffen, lautet die neue Maxime, verkündet von Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), der Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag. 

Und so neu ist diese Sichtweise nicht, sie galt schon im kalten Krieg als Grundgewissheit der Abschreckungsdoktrin. Und in einem tieferen evolutionspychologischen Sinne gilt sie schon seit Millionen Jahren. Es handelt sich dabei also um eine nicht dem genderistischen Zeitgeist unterworfene biopsychosoziale Weisheit. 

Auch und gerade Männlichkeit muss vor diesem Hintergrund neu und frei von Wunschdenken und Sozialromantik bestimmt werden. Männlichkeit im Spannungsfeld zwischen Aggression, Krieg und Zwang einerseits sowie Freiheit, Selbstbestimmung und Empathie andererseits. Da bleibt kein Platz mehr für Männer-Bashing und Misandrie, die sich in den letzten Jahren in der Mitte der Gesellschaft etabliert haben.

Langsam wird deutlich, dass Frieden und Sicherheit nicht nur mit Pazifismus und Diplomatie zu sichern sind. Wehrhaftigkeit und Abschreckung müssen jederzeit auf der Höhe der Zeit sein. Dass diese Faktoren tief in der menschlichen Natur verankert sind und in extremer Form zum Verhaltensrepertoire machiavellistischer Politiker gehören, wurde bis zum Frühjahr 2022 perfekt verdrängt oder generell verleugnet. Zu dieser Verdrängung gehörte auch die Abwertung von Männlichkeit als einer notwendigen Grundkonstante wehrhafter Staaten. Zu den Grundtugenden der Männlichkeit zählen seit Tausenden von Jahren Mut, Klugheit, Durchsetzungsfähigkeit, Verschlagenheit, mit einem Wort „Stärke“.


Die radikalfeministische Transformation der Gesellschaft ist gescheitert

Das feministisch-genderistische Projekt zielte auf eine radikale Transformation der Gesellschaft. Im Kern ist es eine ideologisch motivierte Bewegung, die letztlich den „neuen Menschen“ schaffen will, eine utopische Denkfigur, die idealistischen philosophischen Schulen, wie dem Marxismus, entspringt. Große Teile des radikalen Feminismus, der Genderbewegung und der identitätspolitischen Aktivisten gehören zu dieser Bewegung.

Besonders Männer, die diese gegen jegliche natürliche und biologische Vernunft gerichtete Gleichmacherei sind, werden als Gegner verunglimpft. Sie sind – wahlweise – sexistisch, postkolonialistisch, privilegiert, narzisstisch, ökologisch-destruktiv oder alles auf einmal. Das Transformationsprojekt zielt auf die Gleichstellung und Auflösung der Geschlechter in ihren traditionellen Rollen, aber auch in ihren gesamten Wesensarten, ab.

Einerseits sollen Männer und Frauen immer ähnlicher werden und zu einer geschlechtslosen Masse werden, die sich dann nur noch um Gleichbehandlung und die uniforme Genderrolle kümmert, männliche Privilegien identifiziert und umverteilt und Überprivilegierte bloßstellt und entlegitimiert. Das Ganze erinnert an Endzeitsekten, Erbsünde und Bloßstellungstechniken in der Art von öffentlichen Prangern.

Andererseits werden Minderheiten, zu denen erstaunlichlicherweise „selbstidentifizierende“ Frauen gehören, insofern sie einen Opferstatus proklamieren können, bevorzugt und dann auch in ihrer geschlechtlichen Identität gestärkt. Dies widerspricht dann natürlich der Ideen der Auflösung der klassischen Geschlechtsmerkmale.


Männlichkeit negativieren – die Welt der Zerstörung ausliefern?

Dass Männlichkeit im Zuge des feministischen Projekts – vor allem seit den frühen 2000er- Jahren - negativ dargestellt und mit immer neuen Attributen von misogyn, patriarchalisch bis zu toxisch versehen wurde, hat schwerwiegende Implikationen für die gesellschaftliche Entwicklung, insbesondere den Geschlechterfrieden, nach sich gezogen.

Die negative Sicht auf Männer, die sogenannte Misandrie, ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, während sich Misogynie, die negative Sicht auf Frauen, nur am rechten Rand der Gesellschaft findet. Männer fühlen sich heutzutage oft aufgrund ihres Geschlechts verunglimpft, junge Männer mit hoher Qualifikation haben durch die rigide Gleichstellungspolitik kaum noch Einstellungschancen für höher gestellte Tätigkeiten.

Männlichkeit an sich wurde zu einem negativ besetzten Begriff. Dies hat den Blick auf die Chancen und Ressourcen von Männlichkeit verstellt. Erst jetzt in der Krise mit dem russischen Aggressor, der militärisch stark, aber auch frei von Moral und Gewissen ist, beginnen die Menschen im Westen, sich wieder ein Bild davon zu machen, was die Stärken der Männer sind und wofür sie gebraucht werden.

Von diesem jahrzehntelangen politischen Irrweg in Idealismus, Romantik und Überhöhung alles Weiblichen sollte sich der Westen so schnell wie möglich verabschieden. Es braucht keine feministische, sondern eine humanistische Politik. Dass nunmehr Männer im Kampf den größten Blutzoll zahlen, ist eine bittere Erkenntnis, die jetzt nicht mehr zu verdrängen ist, obwohl viele feministische Politikerinnen dies immer noch leugnen oder verschweigen. Die heutige weltpolitische Situation widerspricht diametral der romantisierenden Vorstellung vom Frieden ohne Wehrhaftigkeit, wie sie im hyperromantischen Westen seit Jahren verbreitet wurde.


Stärke und Wehrhaftigkeit werden als männliche Werte in der Krise wiederentdeckt

Nicht Reden allein hilft gegen Bedrohung und Aggression, sondern Stärke, Konsequenz und Taten, die klassischen männlichen Tugenden. Dies heißt nicht, dass Frauen sich nicht so verhalten können, aber es liegt nicht in ihrem Wesenskern. Der Krieg in der Ukraine verdeutlicht, wie schnell Politik und Gesellschaft, wenn sie auf Realität stoßen und nicht mehr träumen können und ihre rosaroten Vorstellungen von den „feministischen Männern“ vergessen müssen. Die Entwicklung zeigt, wie nahe dann das Ende der Spaßgesellschaft kommt.

Männer müssen ihre Identität jetzt selbst neu definieren. Plötzlich wird das archaische Rollenbild des Mannes als Krieger wiederbelebt. Stärke und Wehrhaftigkeit werden dringend benötigt, sind aber bei den „feministischen Männern“ nicht zu finden. Diese Tugenden wurden über Jahre als toxisch und sexistisch verunglimpft. Es herrschten Versuche vor, dies den Jungen abzuerziehen, damit sie den Frauen genehm und für sie ungefährlich sind. Dass es nun die Söhne der Völker auf beiden Seiten der Front sind, die wieder brav zum Verheizen geschickt werden, ist eine bittere Konsequenz narzisstischer Diktatoren- und hyperromantischer Appeasementpolitik.

Das Problem im Vorfeld der jahrelangen hyperromantischen Politik in Deutschland lag in der Toxifizierung der klassischen Männerrolle einerseits, aber auch im willfährigen Mitwirken vieler Männer an ihrer eigenen „Entmannung“. Anfangs waren sie vielleicht noch indifferent, fühlten liberal im Herzen, dann aber haben sie die Mit-Kontrolle über den gesellschaftlichen Prozess völlig verloren, verleugneten ihre Geschlechtsidentität zunehmend und waren am Ende nur noch Zuschauer der feministischen Transformation der Gesellschaft.


Die irrationalen Hauptfehler feministischer Ideologien in Bezug auf die Geschlechter

Der Hauptfehler der feministischen Ideologen vor der Zeitenwende 2022 waren, einerseits (1) die Unterschiede zwischen den Geschlechtern rundweg zu verleugnen, solange es den Frauen nutzte, (2) sie übermäßig zu betonen, wenn es den Frauen nutzte, und (3) Männlichkeit in einem generell negativen Licht zu sehen.


(1) Der erste Fehler, die Verleugnung der Unterschiede zwischen den Geschlechtern, führte zu einer Androgynisierung der Gesellschaft, der Vermengung weiblicher und männlicher Identität, bei der sexuelle Identität als eine frei wählbare Kategorie erscheint. Auch wenn die Angleichung der geschlechtlichen Identitäten Vorteile mit sich bringt, sollte dieser Weg nicht idealisiert und alternativenlos dargestellt werden. Die Grundlagen von Millionen Jahre Säugetierevolution mit Zweigeschlechtlichkeit als Norm- und Regelfall werden für den „neuen Menschen“ weggewischt. Frauen können alles, was auch im Kern stimmt. Auch viele traditionell männliche Rollen können sie einnehmen. Die Frage dabei ist aber, ob sie es auch wollen. Dass ihnen der Weg in höchste wirtschaftliche und politische Positionen alleine aufgrund ihres Geschlechts geebnet wird, hebelt das Leistungs- und Verdienstprinzip aus und beschädigt kompetente Personen beiderlei Geschlechts. Die Androgynisierung als vermeintlicher Ausdruck der Gleichberechtigung der Frauen bedeutet auch das weitgehende Ende der Erotik, die auf der komplementären Anziehung der Geschlechter beruht. Maskulinität und Feminität als Gegensätze ziehen sich erotisch an. Nicht erkennbare, verschwommene und kaum unterscheidbare geschlechtliche Identitäten erzeugen keine zwischengeschlechtliche Anziehung, sondern Langeweile und erotische Trostlosigkeit. Dies gilt sogar für homoerotische Beziehungen zwischen Männern bzw. zwischen Frauen, die auch von der erotischen Andersartigkeit der jeweiligen Partner leben.
(2) Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden übermäßig betont, wenn es um Vorteile für die nach offizieller Sichtweise immer noch benachteiligten Frauen geht. Etwa wenn es darum geht, dass Frauen nicht zum Wehrdienst oder zu besonders gefährlichen Berufen herangezogen werden. Auch wenn es um die Aufrechterhaltung von Unterschieden beim Familienrecht für alleinerziehende Mütter geht („Mutterrecht“), werden die Unterschiede im Sinne der Vorzüge der Frauen besonders stark betont und eine Gleichbehandlung von Müttern und Vätern verhindert. Die Unterschiede zu Lasten von Männern werden dann verniedlicht oder völlig verharmlost, etwa beim Gender-Empathy-Gap, der ein weniger an Mitgefühl mit Jungen und Männern im Vergleich mit Mädchen und Frauen bedeutet. Auch hinsichtlich der Lebensdauer von Frauen und Männern werden die Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufrechterhalten, da eine stärkere Erforschung der Gründe für die Kurzlebigkeit der Männer (derzeit durchschnittlich ca. 5 Jahre) nicht priorisiert wird. Dies sei nicht im öffentlichen Interesse, heißt es dann. Im Hintergrund spielt es eine Rolle, dass dies ein Unterschied ist, der Frauen nicht bekümmern muss, es sei denn sie weisen eine spezielle Empathie für Männer (als Söhne, Brüder, Väter oder ganz allgemein) auf.

(3) Führt es jedoch nicht zum erstrebten Ziel, Männer als gleichartig oder doch als andersartig im Vergleich mit Frauen darzustellen, gibt es als dritten Irrweg die pauschalisierte Negativdarstellung der Männer. Diese werden dann als gefährlich, toxisch und böse verunglimpft. Auch hier handelt es sich um einen groben Fehler, der die klassischen Tugenden von Männern – vor allem Stärke, Mut, Standfestigkeit - in ein grundsätzlich negatives Licht rückt. Dies geschieht aus ideologischen Gründen, weil das Beispiel weniger bösartiger und gefährlicher Männer als Beweis dafür dient, dass alle so sein müssen. Im Grunde ein Schlussfolgerungsfehler, der so banal und falsch ist, dass er sofort auffallen müsste. Aber gerade die gesellschaftliche Massenbewegung rund um die #metoo-Bewegung ab 2012 hat gezeigt, wie manipulierbar und hysterisierbar die meisten Personen sind. Sie folgen nicht rationalen Argumenten, sondern emotionalen Übertreibungen.


Sich als Mann opfern? – wann, für wen und überhaupt?

Wo bleibt die Forderung des Feminismus nach Gleichbehandlung von Frauen, wenn in der Ukraine jeder Mann zwischen 18 und 60 Jahren gezwungen wird, für sein Land zu kämpfen und im Zweifel auch sein Leben zu geben? Diese ultimative Frage über Leben und Tod ist wichtiger als alle elitären Beschäftigungen mit Gleichstellung, Identität und Gendersprache.

Die „neue Realität“ der Zeitenwende führt den bisherigen Genderismus ad absurdum, weil er sich nur mit oberflächlichen Fragen beschäftigt, sich mehr um Normierung menschlichen Verhaltens als um Lösungen kümmert und dem Test auf Menschenwürde und Gleichberechtigung in letzter Instanz nicht standhält. Männer sind verfügbar und können im Zweifelsfall auch geopfert werden. Dies entspricht dem „Frauen-und-Kinder-zuerst“-Syndrom, wie es durch den Untergang der Titanic berühmt wurde. Über diese gesellschaftlich bislang nirgends hinterfragten Regeln, müssen sich Männer auch klar werden, um ihre eigene Position zu bestimmen und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Klar ist nur: Im Kriegsfall zeigt sich, dass Männer alles andere als privilegiert sind!


Wieder für sich und ihr Leben selbst einstehen lernen

In Zeiten der „Zeitenwende“ müssen sich Männer darüber klar werden, wie sie ihre Rolle als Mann sehen und Verantwortung dafür übernehmen, wie sie als Mann leben wollen. Sind sie bereit, sich stillschweigend zu opfern oder wollen sie die gleichen Rechte genießen wie ihre weiblichen Mitmenschen, die sich öffentlich so gerne als Opfer ansehen?

Die Regel, sich durch andere normative Instanzen in seinem Handeln fremdbestimmen zu lassen, muss aufhören. Die klassischen Über-Ichs, welche den Männern in der Vergangenheit Regeln und Zwänge für ihr Verhalten auferlegten, waren die Priesterkaste, die mächtigen Feudalisten und Oligarchen, die Herrscher über die Nation. Heutzutage sind es auch die feministisch orientierten Wortführer(innen) in Staat und Medien, die Männern ihr Mannsein im Sinne einer unfehlbaren Übermutter bestimmen wollen. Wenn Männer dann anders sind oder, als es den Feministinnen passt, oder auch nur Widerspruch dagegen erheben, wird dies negativ bewertet und als sexistisch oder misogyn gebrandmarkt.

Dass die Männer als Söhne, Väter, aber auch Staatsbürger, Respekt und Wertschätzung – auch für ihr Mannsein – erhalten sollten, dämmert den gesellschaftlichen Akteuren erst langsam, vor allem im Zuge der „Zeitenwende“, wo Männer wieder als Männer, auch mit klassischen Tugenden, gebraucht werden. Es ist ein überraschender, bislang nicht beachteter Aspekt von Gleichstellung, dass Männer ihre Männlichkeit und ihr Recht auf Unversehrtheit in Kriegszeiten genauso ausleben dürfen sollten, wie dies für Frauen im feministischen Zeitalter selbstverständlich ist.


Männer müssen lernen, sich gegen männertäuschende Propaganda zu schützen

Zunächst müssen sich Männer selbst darüber klar werden, was sie von der Gesellschaft erwarten und was sie ihr geben wollen. Einerseits gehört zu den schon beschriebenen Kardinaltugenden der Männer Stärke und Mut. Es handelt sich dabei um physische und mentale Stärke. Genau diese Fähigkeiten, die natürlich auch bei Frauen vorhanden sind, aber oft nicht so im Vordergrund stehen, müssen sie einsetzen, um den Verführern in Staat und Medien zu widerstehen. 

Hinzu kommen Tugenden wie Empathie, Mitgefühl, Wahrhaftigkeit und Moral, die ein Mann ebenfalls aufweisen sollte. Männer müssen selbst lernen, Trug und Lug von Wahrheit und Klarheit zu unterscheiden. Wieder ziehen jetzt Hundertausende auf beiden Seiten in einen Krieg, der am Ende nur Opfer, Verletzte und Traumatisierte kennen wird. Im Angesicht des Zwanges, der auf junge Männer ausgeübt wird, am Krieg teilzunehmen, müssen diese lernen, selbst Verantwortung für sich zu übernehmen. Dies gilt für den Aggressor wie für den Verteidiger. In Zeiten ungebremster nationalistischer und feindseliger Propaganda ist es für Männer schwerer denn je, ihr Leben in diesem Sinne selbstbestimmt zu führen.


Propaganda verstellt den Blick auf die Wahrheit – gestern wie heute

Nicht immer sind in Kriegen die Rollen des Aggressors und des Opfers so klar. Was über die Klarheit der Rollenverteilungen oft hinwegwuchert, ist die Propaganda, die schon seit eh und je, Menschen zu manipulieren und gefügig zu machen versucht. Am Ende muss jeder Mann, der mit Druck, Zwang, Manipulation oder Einräumung von Vorteilen zum Kämpfen gebracht wird, selbst entscheiden, ob er das will und kann.

Der Staatsbürger in Uniform, den der Soldat darstellen soll, muss über Gewissen, Moral und genügend Wissen verfügen, um sein Handeln zu verantworten. Bedenken sollte er dabei, dass es ihm sein Leben kosten könnte. Und oft ist die Entscheidung, sich zu verweigern, schwieriger als mitzumachen und sich dem Druck zu fügen. Wie schwer historische Korrekturen den Gesellschaften fallen, zeigt die Geschichte der Deserteure der Wehrmacht im 2. Weltkrieg, die für ihren Mut oft in mindestens 17.000 Fällen mit dem Tode bestraft wurden. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis diese Männer für ihr weitsichtiges und mutiges Handeln formal rehabilitiert wurden. Im Regelfall wurden sie als Feiglinge und Vaterlandsverräter verunglimpft.

Auch im jetzigen Krieg zeigt sich einmal mehr, dass Männer die verfügbare Menschenmasse darstellen, die im Kriegsfall geopfert werden können. Sie sind, wie es der US-amerikanische Psychologieprofessor und Männerforscher Warren Farrell in seinem Buch „Mythos Männermacht“ ausdrückte, verfügbar und wegwerfbar, wenn es gesellschaftliche Macht fordert. Diese These steht in deutlichem Gegensatz zur Annahme eines Patriarchats, das Frauen einseitig entrechten würde. Es gibt keine Beweise, dass Männer als Ganzes sich gegen die Frauen dieser Welt verschworen hätten.

Frauen sind den Herrschenden für die Aufopferung im Krieg viel zu kostbar, denn sie sichern durch ihre Gebärfähigkeit den Fortbestand der Macht. Ob es die unbedarften jungen russischen Männer reflektieren, dass sie für den Narzissmus ihres Diktators sterben, darf bezweifelt werden. Aber im Moment des Todes ist vieles anders und solche Gedanken können dann durchaus auftauchen. Es ist aber wichtig, dass Männer sich diese Gedanken rechtzeitig machen, denn sie werden nicht nach ihrer Opferbereitschaft gefragt, sondern diese wird stillschweigend vorausgesetzt oder scheinmoralisch überhöht.


Männer dürfen kein Kanonenfutter mehr sein – und müssen es auch nicht

Das Militärische ist zurück in der Realität Europas. Bei realistischer, unromantischer Betrachtung war es nie weg. Dass Männer selbstbestimmt für ihr Leben eintreten und entscheiden, ob sie kämpfen wollen oder nicht, ist ein Aspekt, den eine geschlechtssensible Aufklärung thematisieren muss. Die „großen Verführer“ in Staat, Medien und Gesellschaft haben es Männern immer leicht gemacht, Helden zu werden und sich zu opfern, aber schwer gemacht, sich Propaganda und Verführung zu widersetzen und für sich selbst zu entscheiden. Dies galt und gilt besonders für autoritäre Regime.

Zur Freiheit des Mannes gehört es auch, frei über sein Leben zu entscheiden. Er wird eher seine Familie verteidigen als eine anonyme Herrschaft oder eine Nation, für die er sich nicht verantwortlich fühlt. Schon immer versuchten Herrscher daher, Staat und Nation so darzustellen, dass der Mann sich dafür persönlich verantwortlich fühlt. Dies ist im Kern jedoch ein Missbrauch des Verteidigungsreflexes der meisten Männer für das, was ihnen lieb und kostbar ist: Frau und Kinder. 

In Wahrheit will kein Mann sein Leben für etwas opfern, das nicht mit seiner Familie und deren Schutz zu tun hat. Die Propaganda ist dafür zuständig, den Männern Glauben zu machen, dass für Staat und Nation so etwas wie eine verteidigungswerte Familie sind. Einzig die Familie und deren Umfeld, die Heimat, erzeugen beim Mann den ursprünglichen, inneren Verteidigungsreflex. Es ist daher etwas anderes, in einem Angriffskrieg für vermeintlich gerechte Ziele zu kämpfen oder die eigene, bedrohte Heimat mit Waffen zu verteidigen.


Männer brauchen Wahrheit und Klarheit!

All dies sind Fragen, die mit den westlichen Debatten um Geschlechterrollen, Gleichstellung und Gendersprache so wenig zu tun haben wie nur denkbar. Die hiesigen Debatten hatten sich schon lange von der Realität verabschiedet. Dass die Grundfragen des Lebens jetzt wieder drängend und prioritär sind, zeigt auf, wie irreal und hyperromantisch die Debatten in unserer Gesellschaft zuletzt waren.

Besonders die deutsche Gesellschaft mit ihrem oft ins Irreale übersteigerten Pazifismus muss sich endlich ehrlich machen. Dabei stehen auf einmal die Männer wieder im Fokus der Betrachtung, denn sie tragen das größte Risiko, im Kriegsfall ihr Leben zu geben. Sie sind im Zweifelsfall die häufigsten Opfer, ohne dass dies in den letzten Jahren – und sogar noch nicht einmal jetzt – ehrlich kommuniziert würde. Aber es ist die Wahrheit und deshalb jetzt auch ein Thema für alle Männer!


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Feminismus, Hyperpazifismus, Krieg, Männer, Männlichkeit, Misandrie, Opfer, Propaganda, Radikalfeminismus, toxische Männlichkeit, Ukraine, Zeitenwende


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