UA-176845053-2 Selbstfürsorge will gelernt sein (Männerrat #45) - Mens Mental Health

Mai 4

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Selbstfürsorge will gelernt sein (Männerrat #45)

Männer leiden unter einer ganzen Reihe gesundheitlicher Nachteile, die nicht selbstverständlich sind: So sterben Männer durchschnittlich 4 bis 5 Jahre früher als Frauen, erleiden häufiger schwere Verletzungen und Unfälle, begehen bis zu dreimal häufiger Suizid, sind dreimal häufiger suchtkrank und kümmern sich insgesamt schlechter um ihre Gesundheit. Diese Gender-Gaps zu Lasten von Männern sind wenig im öffentlichen Fokus. 

In der Summe bedeutet es: Männer kümmern sich schlechter um sich selbst. Sie zeigen eine unzureichende Selbstfürsorge. Oft ist dies die Folg übermäßiger Selbstverschleißung für Arbeit, Frau und Kinder. Sie wollen für ihre aufopfernde Haltung geliebt und geschätzt werden, was in der modernen Welt mehr und mehr zu einer Illusion geworden ist. Viel zu häufig haben sie ihr Leben in der Vergangenheit auch für abstrakte und verführerische Konzepte wie Nation und Vaterland gegeben. Diese Gefahr, im Krieg verschlissen, verstümmelt und getötet zu werden, besteht für viele Männer auf der Welt auch derzeit und wächst in unserem Land auch wieder. Meist wird ihnen ihre Selbstverschleißung und Aufopferungsbereitschaft nicht wirklich gedankt. 

Im Falle einer Trennung und Scheidung folgt nicht selten das böse Erwachen, nachdem Männer zuvor für finanzielle und materielle Absicherung von Frau und Kindern gesorgt haben, auf einmal alles zu verlieren. Auch im gesellschaftlichen Bereich kommt es immer wieder zur Selbstverschleißung bei gleichzeitigem Mangel an Selbstfürsorge. Sich für die Arbeit aufreiben oder gar aufopfern ist ein solches Symptom. Auch die Selbstaufopferung im Krieg ist jetzt in Europa wieder aktuell. Die herrschenden Politiker tun alles dafür, das Thema wieder salonfähig zu machen und werben unverhohlen und unverfroren für Kriegstüchtigkeit. Dabei zielt diese nur auf Männer ab, denn nur für diese ist der Kriegsdienst Zwang. Es ist an der Zeit, dass Männer sich gut um sich selbst kümmern, denn sonst tut es niemand. Dafür braucht es Mut und Selbstbewusstsein.

Fehlverhalten und Gender Gaps selbst beenden

Viele Männer zeigen noch Fehlverhaltensweisen im Umgang mit anderen und sich selbst. Gewalt und Gefühllosigkeit sind dabei ein wichtiges Problem. Wer mit sich selbst nicht sensibel umgeht, kann dies auch mit anderen nicht. Damit all diese „Gender Gaps“ von Männern und zu Lasten von Männern ein Ende finden, müssen Männer ihre Fehlverhaltensweisen, aber auch den Missbrauch am eigenen Geschlecht, der allzu oft von anderen Männern begangen wird, selbst beenden.

Männer müssen dafür lernen, sich fürsorglich um sich selbst zu kümmern und ihre eigene Gesundheit ernst zu nehmen. Dies bezieht sich auf körperlich und psychische Gesundheit (siehe auch Psychische Gesundheit bei Männern - wichtig zu erhalten und auszubauen!). Sie können nicht davon ausgehen, dass andere es für sie tun, weder ihre Mütter dauerhaft noch ihre Frauen. Zur Autonomie gehört auch und gerade eine liebevolle Selbstfürsorge. Durch eine bessere Selbstfürsorge steigert sich auf Dauer auch das Selbstwertgefühl (siehe Mehr Selbstwertgefühl für Männer (Männerrat #12)) und führt zu einem psychisch gesunden Selbst. Selbstfürsorge muss in einer Welt zunehmender Vernachlässigung und Lieblosigkeit gelernt werden. Dabei gehören körperliche und psychische Gesundheit eng zusammen. Wer sich gut und liebevoll um sich selbst kümmert, kann dies auch mit den Menschen, die er liebt. 

Selbstfürsorge für Männer - es geht!

Im mentalen Bereich zeigen Männer nach wie vor durch deutlich häufigeren und stärkeren Alkohol- und Drogenkonsum als Zeichen ungesunden, selbstschädigenden Verhaltens. Angstgefühle, Stress und belastende Stimmungen werden so unterdrückt. Aber all das wird nur zugedeckt und nicht wirklich gelöst. Um die eigenen Probleme zu erkennen und zu lösen, ist Selbstfürsorge im Alltag für Männer von allerhöchstem Wert. Durch Priorisierung und alltägliche Praxis von Selbstfürsorge ist der Aufbau neuen Verhaltens möglich. Die Selbstfürsorge bezieht sich auf Körper, Geist, Freunde, Partner und soziales Netzwerk. 

Dazu 5 Tipps

1. Tue nichts, bei dem es Dir dauerhaft schlecht geht! Lasse Dich auf nichts ein, bei dem Du schon am Anfang ein schlechtes Gefühl hast. Du wirst im Privaten wie auch im Gesellschäftlichen allzu oft zu Handlungen verführt, die Dir dauerhaft nicht gut tun oder Dich gar schädigen. Du darfst nein sagen, wenn Du ein diffuses oder schlechtes Gefühl dazu hast. Auch wenn Du dann erst einmal alleine da stehst. Auf Dauer wirst Du merken, dass Du das Richtige getan hast. 

2. Lasse Dir nichts vorspielen! Lasse Dich nicht täuschen. Gerade heutzutage wirst Du in den Medien – speziell den sozialen Netzwerken - allzu oft mit verführerischen, aber falschen Botschaften gelockt und verführt! Erkenne sie und weise sie zurück! Überprüfe selbst, wie die Dinge sind! Folge Deinen Zweifeln und Fragen! Schärfe Deinen Verstand für die Dinge hinter den Dingen! Es lohnt sich – für Dich!

3. Wenn Dich jemand nur zur Option macht, mache diese Person (ob Mann oder Frau) nicht zu Deiner Wahl! Du bist wichtig und solltest niemals zweite Wahl sein. Gerade bei Partnerbeziehungen gibt es dieses Muster der zweiten Wahl aufgrund der unendlich erscheinenden Wahlmöglichkeiten im Internet immer häufiger. Wenn Du Dich darauf einlässt, wird es immer in Deinem Hinterkopf – und dem der Partnerin – bleiben, dass Du zweite Wahl warst. Umgib Dich in Deinem privaten Leben nur mit Menschen, die Dir gut tun! Diese Regel ist so einfach wie wichtig. Im Berufsleben kannst Du Dir Deine Mitmenschen nicht aussuchen, in der Öffentlichkeit (Bahnen, Busse, Konzerte usw.) schon gar nicht. Umso mehr solltest Du es in Deinem ganz privaten Bereich tun. Dies gilt auch für den Umgang mit Deinen erwachsenen Kindern und deren Partnern.

4. Entwickele gute und für Dich gesunde Rituale! Dazu gehören Zeiten mit Freunden genauso wie Zeiten für Dich selbst. Bewegung, Sport, Sex, Lust, Meditation, Muße, Entspannung, Freude, Freizeit: Alles sollte einen festen Platz (neben Arbeit und den täglichen Verpflichtungen) in Deinem Leben haben und sich in einer guten Gesamtbalance befinden.

5. Sorge gut für Dich mit allen Sinnen und allen Möglichkeiten! Das bezieht sich auf Körper und Geist. Überlege Dir einmal, was Dir besonders gut tut, Wohlbefinden in Dir auslöst und Dich vielleicht sogar Raum und Zeit vergessen lässt! Stelle es Dir ganz genau vor, scheibe es Dir auch einen Zettel, damit Du es nicht vergisst. Führe genau dieses immer wieder aus, mache es zu einer besonderen Priorität in Deinem Leben! Am besten bindest Du diese besondere Art der Selbstfürsorge in ein Ritual ein, damit Du es jetzt nicht mehr vernachlässigst oder gar vergisst. Wenn Du jeden Tag bewusst Deiner Selbstfürsorge Platz in Deinem Leben gibst, bist Du auf dem besten Weg – für Dich.


Tags

Freundschaft, Partnerschaft, Psychische Gesundheit, Selbstfürsorge, Selbstverschleißung, Selbstwertgefühl, Unterstützung


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