UA-176845053-2 Gender-Empathy-Gap: Es geht um Männer! - Mens Mental Health

Juli 11

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Gender-Empathy-Gap: Es geht um Männer!

Am 11. Juli jeden Jahres wird an das Massaker von Srebrenica erinnert, bei dem im Jahr 1995 über 8.000 Jungen und Männer von bosnisch-serbischen Kommandos ermordet wurden. Dies geschah, weil sie männlichen Geschlechts waren. Außerdem wurden viele Mädchen und Frauen vergewaltigt, bisweilen auch ermordet. Der Gedenktag soll darauf hinweisen, dass die Jungen und Männer wegen ihres Geschlechts ermordet wurden. Sie hatten keine Chance auf ein Überleben, weil sie männlichen Geschlechts waren. Sie stehen damit für ein Phänomen, das Jungen und Männer seit Jahrhunderten trifft, dass sie ihr Leben im Krieg verlieren, weil sie eine für die jeweiligen Machthaber verfügbare Masse darstellen, für die kein Mitgefühl besteht. Sie sind „disposable“: verfügbar, zerstörbar, wegwerfbar. Man kann sie opfern! Dies ist eine kulturgeschichtliche Lehre aus den letzten Jahrhunderten, die in krasser und eindeutiger Weise vom Mythos vom Patriarchat widerspricht. 

Gender-Empathy-Gap: Mangel an Mitgefühl für Jungen und Männer

Während die Medien jedes Jahr den „gender pay gap“ fokussieren, ist der auf die Aufopferung von Jungen und Männern bezogene „gender empathy gap“ so gut wie unbekannt. Unterschiede zwischen den Geschlechtern spielen offenbar nur eine öffentliche Rolle, wenn Frauen benachteiligt oder die Opfer sind. Andere Gaps und Diskriminierungen werden selten oder gar nicht erörtert, wenn sie zu Lasten von Männern sind. Diese gelten pauschal als privilegiert. Dabei gibt es etliche Benachteiligungen für Männer: Weniger Jungen, die das Abitur erreichen, kürzere Lebensdauer von Männern, mehr Herzinfarkte, Suizide, Suchtkranke, Wohnungslose sind nur einige Beispiel für Unterschiede zu Lasten der Männer. Deshalb geht es am 11. Juli um Jungen und Männer.

Auch die jetzt zur politischen Doktrin erhobene „feministische Außenpolitik“ ist halbseitig blind. Das Schicksal und die Not von Jungen und Männern werden von ihr ausgeblendet oder vollkommen ignoriert, zuletzt beim Ukraine-Krieg. Da wird das Schicksal vergewaltigter oder bei Bombenangriffen getöteter Frauen – zu Recht – beklagt, aber es kommt den Politikerinnen kein Wort über die Lippen, das an die Situation der zwangsrekrutierten Männer erinnert, die inzwischen in hoher Zahl verwundet, verstümmelt und getötet wurden. 

„Call for action“: Diskriminierungen und Gaps zu Lasten von Männern

Der Gender-Empathy-Gap bedeutet auch die Notwendigkeit, mehr Sensibilität für das Leid von Jungen und Männern zu entwickeln. Dies ist mit einem nachhaltigen „call for action“ verbunden. Mit anderen Worten: Politik und Gesellschaft können nicht weiter ausschließlich für Besserstellung von Frauen handeln, während Männer in entscheidenden Bereichen benachteiligt bleiben oder werden. Für Geschlechtergerechtigkeit ist die Beseitigung von Benachteiligungen und Diskriminierungen aller Betroffenen – egal ob Frauen oder Männer – notwendig. Es bedarf einer gesellschaftlichen Sensibilisierung und politischer Maßnahmen zur Verbesserung der Situation. So kann ein wichtiger Beitrag zu tatsächlicher Geschlechtergerechtigkeit – nicht von Ideologien, sondern von empirischen Fakten hergeleitet - erreicht werden. 

Mangel an Mitgefühl für Jungen und Männer („Gender Empathy Gap“)

Empathiemangel für Jungen und Männer ist ein grundlegendes Problem beim Gender Empathy Gap. Bei der Bewertung von Opferschaft werden Männer oft nicht gesehen oder gar nicht als Opfer gewürdigt. Wenn feministische Außenpolitik das enorme Leid der Frauen im Ukraine-Krieg beklagt, fällt gleichzeitig auf, dass das größte Opfer, sein Leben als Soldat im Kampf zu geben, auf Seiten der Männer gar nicht erwähnt wird. Das ist Gender Empathy Gap! Männer als Opfer zu sehen, passt nicht in die einseitige Agenda des Feminismus. Dies trifft auch auf Fälle häuslicher Gewalt zu, wo etwa ein Drittel aller betroffenen Opfer Männer sind. Die Tatsache, dass die Mehrzahl aller Opfer von Gewalthandlungen in der Gesellschaft Männer sind, ist kaum öffentlich bekannt. Wenn Männer Opfer werden, erfolgt oft vorschnell eine Schuldzuweisung („selbst schuld“) oder es herrscht ein Mangel an Mitgefühl („gender empathy gap“) und überwiegend achselzuckende Gleichgültigkeit vor. Andererseits werden Frauen öfter und ohne bewusste Überprüfung, also automatisch, als Opfer angesehen, auch wenn dies nicht den Tatsachen spricht, was für eine Rollengeneralisierung spricht. Dies spielt bei falschen Anklagen („false accusations“) gegenüber Männern eine wichtige Rolle. 

Selbstverschleißung und Selbstaufopferung als traditionelle Männerrollen

Männer haben traditionell in Gesellschaft und Familien immer wieder gelernt, dass sie sich im Alltag zurücknehmen, aber besonders in Notfällen und in Kriegen selbstverschleißen und opfern sollen. Dies betrifft den hohen Einsatz für die Arbeit, die Familie, Hilfe bei Notfällen und im Extremfall auch die rücksichtslose Hingabe des eigenen Körpers oder Lebens im Krieg. Für die Mehrheit der Männer in der Geschichte der letzten Jahrtausende bedeutete Leben Unterdrückung und Opferrolle. Ins kollektive Bewusstsein hat sich die kulturelle Kardinalregel der Selbstaufopferung am stärksten mit der Rettungsparole „Frauen und Kinder zuerst“ beim Untergang der Titanic 1912 gebrannt. Dabei wurde der geringere Wert des Männerlebens und ihre Verpflichtung zu Mut und Hingabe dadurch bestimmt, dass sie erwachsen sind (weniger verbleibende Lebenszeit als Kinder) und keine Kinder gebären können (weniger bevölkerungsrelevant als Frauen). Aktuell zeigt sich die Verpflichtung zur Selbstverschleißung und Opferschaft dadurch, dass im Ukraine-Krieg Männer zwischen 18 und 60 nicht wie die Frauen und Kinder fliehen dürfen, sondern der Verteidigung des Landes zur Verfügung stehen müssen. Männer, die sich dem widersetzen oder fliehen, werden negativ verurteilt und gelten wie eh und je als Feiglinge. Diese Unterscheidung zwischen den Rollen von Männern und Frauen im Krieg wurde bislang öffentlich kaum problematisiert. Von feministischer Seite, die sonst regelhaft Gleichstellung fordert, ist in dieser Sache nichts zu hören. Grundsätzlich sollte entsprechend den radikalfeministischen Forderungen auch im Krieg Gleichstellung bei Kampfhandlungen und Heimatverteidigung gelten. Obwohl bis zu 20% der ukrainischen Armee aus Frauen besteht und diese tapfer und mutig kämpfen, findet sich im westlichen Feminismus und Genderismus kein Widerhall. Hier belässt man das Kämpfen und Sich-Aufopfern lieber den Männern. Der heutige Feminismus pickt sich gerne die Rosinen für Frauen heraus und belässt ansonsten die Dinge wie sie sind, wenn es für Frauen nachteilig sein könnte.

Weniger Mitgefühl mit Männern in Not bei Männern und Frauen

So stellt der Ukraine-Krieg 2022 einen interessanten, aktuellen Beleg für den Gender-Empathy-Gap dar. Auch in psychologischen Experimenten konnte wiederholt gezeigt werden, dass männlichen Jugendlichen und Männern in Notsituationen seltener geholfen wird als Mädchen und Frauen. Und dies trifft auf Männer und Frauen als Beobachter zu. Mit anderen Worten: Gerade Männer helfen und beschützen Frauen mehr als sie dies mit anderen Männern tun. Dieses tief evolutionär und kulturell tief verwurzelte Verhalten widerspricht den pauschalen Verurteilungen von Männern als toxisch und frauenfeindlich. Diese sind Ideologien, die auf die Mehrzahl der Männer nicht zutreffen. Psychologische Studien zeigten wiederholt, dass einem Mädchen in Not eher geholfen wird als einem Jungen. Und zwar von Männern und Frauen. Gleiches gilt, wenn eine erwachsene Person erkennbar in Not ist. Einer Frau wird eher geholfen als einem Mann. Erst im Alter schließt sich diese Schere, so dass älteren Personen – unabhängig von ihrem Geschlecht – genauso oft geholfen wird. 

Ein weiterer Bereich, in dem sich das Phänomen der unterschiedlichen Empathie für Frauen und Männer ausdrückt, ist das Strafrecht. Männer erhalten für gleiche Delikte in Strafverfahren häufiger eine Haftstrafe und – wenn Frauen auch mit einer Haftstrafe verurteilt werden – erhalten auch längere Haftstrafen. Mit anderen Worten: Richter, Schöffen und Geschworene zeigen weniger Empathie und Milde mit männlichen Tätern im Vergleich zu weiblichen. Zum Thema insgesamt siehe auch www.genderempathygap.de 

Männern werden Privilegien unterstellt, auch wenn sie nachweislich keine haben

Männer leben öfter in prekären Verhältnissen wie Wohnungslosigkeit, Strafhaft oder sind häufiger in prekären Arbeitskontexten tätig. Auch sind sie zunehmend von schlechterer Bildung betroffen. Trotzdem werden ihnen pauschal Privilegien und Vorteile unterstellt, die aber in Wirklichkeit wenige Männer – wie auch Frauen – genießen. Es gibt kein patriarchales System, das Männer grundsätzlich begünstigt. Das immer wieder von feministischer Seite bemühte Narrativ einer patriarchalen Verschwörung der Männer entpuppt sich bei kritischer Prüfung in der westlichen Welt als eine Verschwörungserzählung, eine Illusion.

Vielmehr sind Männer sowohl in herausgehobenen als in benachteiligten gesellschaftlichen Positionen übermäßig häufig vertreten. Dies wiederum hat vielfältige Gründe, von stärkerer Leistungsmotivation auf der einen bis hin zu geschlechtsbezogener Benachteiligung auf der anderen Seite. Männer zeigen mehr extreme Verhaltensweisen und weisen mehr Zugehörigkeiten zu Extremgruppen auf als Frauen. Dies trifft auf höchstbegabte Schachspieler, Hyperintelligente und Machtmenschen auf der einen Seite zu wie auf Messies, Wohnungslose und Minderintelligente auf der anderen Seite zu. Das Phänomen dahinter, die „Extremitätshypothese“, zeigt, dass es nicht um Privilegien, sondern um die Verteilung von Eigenschaften und Merkmalen in den beiden Grundgesamtheiten der Männer und Frauen geht.

Wenn es sich um das Thema Privilegien handelt, ist das ein Phänomen von Oligarchen. Diese werden natürlich oft von Männern dominiert, es handelt sich dabei aber um sehr wenige, so dass die Mehrheit der Männer ganz und gar nicht in Bezug auf Besitz, Geld und Macht als privilegiert zu betrachten sind. Männern pauschal zu unterstellen, sie verfügten über mehr Privilegien als Frauen und dass dies Ausdruck eines geheimen Machtsystems sei, ist Zeichen eines wenig reflektierten und empirisch nicht fundierten ideologielastigen Blicks auf die Welt. Die Empirie des realen Lebens von Männern und Frauen ist eine andere als die der meisten Genderideologen und Feministinnen.

Männer sterben früher

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern liegt um 4-5 Jahre geringer als die der Frauen. Männer leben derzeit in Deutschland durchschnittlich 78.9 Jahre, Frauen 83.6 Jahre. Auch dies ist kein Privileg, sondern ein offener Nachteil. Der Überhang an Lebensjahren zu Gunsten der Frauen wird beim Gender-Pay-Gap im Übrigen nicht berücksichtigt. Die Ursachen für diese Frühsterblichkeit der Männer sind vielfältig. Nur ein geringer Teil entfällt auf die lange Zeit favorisierte Testosteron-Hypothese (ca. 1 Jahr). Die Ursachen für die kürzere Lebensdauer liegen vielmehr im schlechteren Gesundheitsverhalten, riskanteren Verhaltensweisen mit Alkohol, Tabak und Drogen sowie einem höheren Stresslevel in Beruf und zunehmend auch in Familien.

Bezüglich der Kurzlebigkeit von Männern wird bislang noch zu wenig geforscht. Auch dieser Male-Research-Gap stellt eine Diskriminierung von Männern dar. Was auf jeden Fall zum Phänomen der kürzeren durchschnittlichen Lebensdauer von Männern beitragen dürfte: Männer neigen insgesamt stärker in ihrer klassischen Rolle zur Selbstverschleißung und zur mangelnden Selbstfürsorge. Hier sind Männer aufgerufen, sich selbst für eine Veränderung ihrer Haltung zu Gesundheit und Selbstfürsorge zu engagieren. Sonst wird sich das Phänomen der männlichen Kurzlebigkeit nicht nachhaltig ändern.

Gegen Diskriminierung und Ungleichbehandlung beider Geschlechter

Die Auflistung der zehn wichtigsten Benachteiligungen und Diskriminierungen von Männern machen deutlich, dass Gleichbehandlung und Gleichstellung keine Einbahnstraße in die Richtung sein können, bei der ausschließlich Frauen geholfen wird. Für beide Geschlechter bestehen jeweils Benachteiligungen und echte Unterschiede („Gaps“). Nur auf den Gender-Pay-Gap fokussiert zu sein, ist eine Fehlleistung, vor allem der Medien. Die Gaps zwischen den Geschlechtern sind viel umfassender wahrzunehmen und im Sinne echter Geschlechtergerechtigkeit abzubauen. Gerade beim Gender-Empathy-Gap muss eine geschlechtergerechte Gesellschaftspolitik ansetzen, wie sie das seit Jahren für Frauen tut. Deshalb bedarf es keiner feministischen, sondern einer humanistischen Politik, die sich um Wohlbefinden, Gesundheit und Förderung beider Geschlechter, aller Menschen und um Ausgleich der zwischengeschlechtlichen Interessen im Sinne einer wirklichen Geschlechtergerechtigkeit kümmert.

Die Ansätze des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) folgen schwerpunktmäßig einer rein feministischen Agenda. Unlängst wurde das BMFSFJ in der Neuen Zürcher Zeitung als feministische Agitationszentrale der deutschen Politik charakterisiert. Dies trifft die Situation sehr genau. Es geht dem Ministerium nicht um eine Politik für alle Menschen des Landes, sondern für alle außer Männern. Das Ministerium und seine Hunderte feministischen Referentinnen und Führungskräfte sind wie ein Schiff, das trotz zahlreicher Warnsignale, kontinuierlich in die einzige ihm angenehme und gleichzeitig für kritische Beobachter falsche Richtung fährt (vgl. „Bundesfamilienminister – ein für Männer unerreichbarer Traumjob“).

Kluge, geschlechtergerechte und präventive Politik müsste sich den hier skizzierten Benachteiligungen und Diskriminierungen annehmen. Der Gender-Empathy-Gap zu Lasten der Männer gehört in besonderer Weise dazu.

Weiterführende Literaturhinweise:

Collins, William (2019). The Empathy Gap. Male Disadvantages and the Mechanisms of Their Neglect. Lps publishing. 

Podirsky, Klaus (2021). Der Eisberg des Gender Gap. Verlag: Books on Demand. 

Key Words: Gender, Gender-Empathy-Gap, 11. Juli 1995, Srebrenica, Diskriminierung, Mitgefühl, 


Tags

BMFSFJ, Diskriminierung, Feminismus, Gender, Gender-Empathy-Gap, Geschlechter, Geschlechtergerechtigkeit, Jungen, Männer, Männerrolle, Misandrie, Privilegien, Srebrenica


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