UA-176845053-2 Gendersprache, Sprachgesundheit und Männerfeindlichkeit

Oktober 21

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Gendersprache, Sprachgesundheit und Männerfeindlichkeit

Gendersprache hat den Nimbus des Fortschrittlichen und Progressiven. In Wirklichkeit lehnt die Mehrheit der Bevölkerung diese Art des Umgangs mit Sprache ab, empfindet sie als sprachzerstörend und schädigend für ihre Identität. Lesen Sie hier, warum Gendersprache auch männerfeindlich ist und wie Sprachgesundheit mit persönlicher Gesundheit zusammenhängt.

Gendersprache führt zur Zerstörung der Einheitlichkeit und Gesundheit der Sprache

Gendersprache erhitzt immer mehr die Gemüter und sorgt für eine zunehmende Zerstörung der Einheitlichkeit der Sprache, was man auch als einen Angriff auf die Sprachgesundheit verstehen kann. Die Entwicklung um die Gendersprache in den letzten Jahren, die aufgeheizten Debatten, die Polarisierung der Lager und die Unversöhnlichkeiten zeigen, dass es sich nicht nur um eine wissenschaftlich-fachliche Debatte unter Linguisten, Kulturwissenschaftlern und Psychologen handelt, sondern um ein zutiefst emotionales, den Selbstwert und die Identität der Menschen betreffendes Thema. Mit Sprache definieren sich Menschen selbst und andere, bauen Kontakte und Freundschaften auf und sorgen für Wohlgefühl. Daher sollten wir die Zukunft der Sprache nicht wenigen Ideologen und Sprachverschwurblern überlassen.

Sprache hat viel mit mentaler Gesundheit zu tun

Sprache hat daher auch viel mit mentaler Gesundheit der Menschen zu tun. Menschen brauchen das Gefühl, in ihrer Sprache zu Hause zu sein. Der Begriff „Muttersprache“ macht dies auf wunderbare Weise deutlich. Die Sprache der Mutter ist dabei der Weg ins Leben für jedes Kind. Dies ist ein weiterer Grund, dass bei Sprachveränderungen behutsam und inklusiv mit allen Menschen umgegangen werden sollte. Sie sollten nicht von oben oktroyiert werden, wie es mit der Gendersprache seit Jahren durch eine Gruppe elitärer Spracholigarchen geschieht.

Veränderungen der Sprache dürfen nicht von oben oder irgendwelchen nicht legitimierten Interessengruppen durchgedrückt oder so „dringend empfohlen“ werden, dass sie in der Praxis einen Verpflichtungscharakter erhalten. Die Rolle der Medien in Deutschland, insbesondere der öffentlich-rechtlichen, entspricht dabei einem Debakel, weil inzwischen kritiklos jeder genderistischen Modeströmung gefolgt wird. Besonders Journalisten, die sich für progressiv halten, fehlt offenbar jegliche Fähigkeit zur Kritik an den immer extremer werdenden Sprachformen der Gendersprache. Gerade die öffentlich-rechtlichen Medien scheren sich nicht darum, dass die Mehrheit der Bevölkerung – zuletzt waren es 72%! – Gendersprache ablehnt.

Gendersprache schafft kein Mehr an Gerechtigkeit

In der Debatte um die Gendersprache kommen seit langer Zeit keine neuen Argumente, Fakten oder gar Forschungsergebnisse mehr in die Diskussion, sondern es werden immer wieder dieselben Meinungen gequirlt und „neu“ präsentiert. 

Mit Fabian Payr (Buch: „Von Menschen und Mensch*innen“, Berlin: Springer, 2021) lässt sich konstatieren, dass es keine belastbare Grundlage für die sogenannte geschlechtergerechte Sprache gibt. Eine Sprache ist nie per se geschlechtergerecht oder geschlechterungerecht, so wie sie auch nicht gut, böse, schwarz oder weiß ist. Sie ist ein gewachsenes Kommunikationsmittel, ein Werkzeug zur Verständigung zwischen Menschen, das nach bestimmten Regeln, der sogenannten Grammatik funktioniert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Es ist nicht Auftrag oder Möglichkeit der Sprache, für perfekte Gerechtigkeit in Gesellschaft und Sozialbezügen zu sorgen. Das wäre auch eine völlige Überforderung. Sprache bildet auf der Basis erlebter Erfahrungen und wahrgenommener Realität die Welt ab und schafft intersubjektive Möglichkeiten des Austausches und der Verständigung. Je besser die Verständigung zwischen Menschen einer Sprachgemeinschaft gelingt, desto vorteilhafter ist dies für die gesellschaftliche Qualität, insbesondere bei der Entwicklung gesellschaftlichen Konsenses und Visionen der sozialen Entwicklung.

Weitergehend ist das Argument der Geschlechtergerechtigkeit sogar im Kern zu entkräften, insofern dass diese durch die Gendersprache zunähme. Am Ende entsteht nicht mehr, sondern weniger Gerechtigkeit. 

Die Ungerechtigkeiten, die Gendersprache schafft

Es werden durch den zunehmenden Gebrauch der Gendersprache und den sozialen Druck in Medien, öffentlichen Verwaltungen und Hochschulen zur Benutzung diese Kunstsprache neue und größere Schwierigkeiten als je zuvor geschaffen. Von denen sind die wichtigsten: 

(1) es entstehen soziale Ungleichheiten und Diskriminierungen, weil Ausländer, viele Senioren und Menschen mit niedriger Bildung diese Sondersprache kaum erlernen können,

(2) es gibt keine fehlerfreie Nutzung dieser Sprache, weil durch ihre Begrenztheiten, grammatischen Fehler und Widersprüche sowie die ständigen Veränderungen immer wieder Missverständnisse und Unkorrektheiten entstehen,

(3) durch die Benutzung der Gendersprache wird Sprache unnötig aufgebläht, das Lesen und Denken verlangsamt sich, Sprache wird insgesamt schwieriger, unpraktischer und schwerer zu handhaben und behindert das kreative Denken,

(4) Gendersprache ist betont sexistisch und fördert die Trennung und Spaltung der Gesellschaft, gerade auch dort, wo diese Spaltungen kritisch und kontraproduktiv sind. Menschen werden unzulässigerweise immer mehr und am Ende nur noch mit ihrem Sexus identifiziert und verlieren andere wichtige Identitätsaspekte und ihr ganzheitliches Menschsein,

(5) es entstehen immer wieder neue Varianten durch Korrekturen und scheinbare Optimierungen, die in Wirklichkeit immer weitere Verkomplizierungen erzeugen. Aus Binnen-I wird Doppelpunkt, Tiefstrich, Semikolon oder Sternchen. Die Einheitlichkeit der Sprache ist durch Gendersprache gefährdet. Neuerdings wird durch zwei Punkte auf einem kleinen i im Substantiv gegendert, z.B. „Chilenïnnen“. Dies soll bedeuten Chilenen und Chileninnen. In der Lese- und Sprachpraxis wird dies schnell als Plural des generischen Femininums „Chilenin“ wahrgenommen. Und dies ist auch die tiefere Absicht. Die nicht mehr allzu geheime Agenda der Gendersprache ist der Angriff und die Tilgung alles Männlichen.

Gendersprache ist im Kern ein männerfeindliches Projekt

Im Kern geht es um ein misandrisches (männerfeindliches) Programm. Das generische Maskulinum wird auf allen Ebenen bekämpft, weil es vermeintlich für alles Männliche und damit das Böse und Negative in dieser Welt steht. Dies ist die tiefenpsychologische Konsequenz der seit den 1970-er Jahren gesäten Ideen der sogenannten feministischen Linguistik. Dabei ist das generische Maskulinum die inklusivste denkbare Wortform im Deutschen, die niemanden ausschließt oder unsichtbar macht.

Die heutzutage propagierte Gendersprache mit Sonderzeichen, Wortveränderungen und Eliminierung maskuliner Wortformen ist keine nette Attitüde der Gleichberechtigung, sondern ein Projekt der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Das gesellschaftliche Problem ist jedoch inzwischen, dass Männerfeindlichkeit nicht für Empörung bei den Menschen – noch nicht einmal bei der Mehrheit der Männer - sorgt, sondern gleichgültig hingenommen wird. Das muss sich im Sinne des Humanismus ändern. Männerfeindlichkeit darf genauso wenig verbreitet werden wie Frauenfeindlichkeit (Misogynie). Nur dann wird es Geschlechterfrieden und damit gesellschaftlichen Frieden geben. 

Link-Tipp:

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Tags

Feminismus, Gender, Gendersprache, Männer, Männerfeindlichkeit, Psychische Gesundheit


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