UA-176845053-2 Wir brauchen keinen radikalen Feminismus

März 22

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Männer brauchen keinen Feminismus – die meisten Frauen auch nicht!

Es ist etwas in die Gesellschaft und speziell in das Geschlechterverhältnis eingezogen, was den Frieden zwischen Frauen und Männern zerrüttet und zunehmend gefährdet – negative Darstellungen von Männern, Verallgemeinerungen über das Toxische im Mann, Frauen als Opfer, selbst wenn sie es erwiesenermaßen gar nicht sind uvm. Die Balance zwischen den Geschlechtern erodiert durch Extremismus und Negativbotschaften immer mehr. Der Zerfall der Gesellschaft in identitäre Subgruppen selbst innerhalb der Geschlechter schreitet unaufhaltsam voran, während die politisch Verantwortlichen dies ausblenden und leugnen, bisweilen gar durch radikalfeministische Politik fördern.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ist längst zu einer Kaderschmiede des Feminismus geworden und kümmert sich in keinerlei Hinsicht um die berechtigten Anliegen von Männern. Verschiedene Feminismusgruppierungen bekämpfen sich über Fragen der Transsexualität und der Privilegierung weißer Frauen heftig untereinander. Dies sind Symptome des Zerfalls des Zusammenhalts der Gesellschaft. Zum Zerfall der Gesellschaft gehört auch die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Um diese in Bezug auf eine relevante Subgruppe geht es im Folgenden: die Männer, 48.15% der in Deutschland lebenden Personen. Nicht nur das Klima gegenüber Männern ist in den letzten Jahren rauer geworden, auch ihre Stellung in Gesellschaft und Medien wird immer geringer und problematischer.

Dauernde Negativbotschaften über toxische Männlichkeit vergiften das Klima

Die Beziehung zwischen den Geschlechtern wird durch pauschalisierende Negativbotschaften über Männer und Männlichkeit belastet, während der Umgang mit der Familie als gesellschaftlicher Keimzelle immer beliebiger und gleichgültiger wird. Fragen bislang unkonventioneller sexueller Identitäten werden – auch von der Politik und dem eigentlich zuständigen Familienministerium BMFSFJ - als gewichtiger angesehen als die Balance zwischen den Geschlechtern und die Bewahrung der Familie. Medien und Politik fokussieren sich auf Randgruppen und deren Bedürfnisse, statt immer mehr zerfallenden Kerngruppen der Gesellschaft (Paare, Familien, Kinder) im Auge zu behalten.

Der Feminismus hat schon in seiner Ursprungs-DNA einen männerfeindlichen (misandrischen) Kern. Die kanadische Professorin Janice Fiamengo zeigt dies in ihren Schriften deutlich und konsequent auf. Besonders dominierend wurde in den letzten Jahren eine Form des Feminismus, dem zwar immer weniger Frauen folgen, der aber dennoch starken Einfluss über Medien (besonders die öffentlich-rechtlichen), soziale Netzwerke und das schon erwähnte BMFSFJ ausübt. Dieser als Postfeminismus, intersektionaler Feminismus oder Radikalfeminismus bezeichnete aktuellste Form des Feminismus, die sich mit Genderismus und Intersektionalität verbündet hat, folgen nach entsprechenden Befragungen maximal nur 8% aller Frauen. Männer werden negativ dargestellt und als toxisch etikettiert.

Genauere Analysen zeigen, dass dies auch in den Medien, vor allem im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (ÖRR), immer stärker geschieht. Besonders alte, weiße Männer stellen im Postfeminismus ein chronisches Feindbild dar, ebenso aber auch in zunehmendem Maße weiße Frauen. Es handelt sich beim Radikalfeminismus um ein klares Minderheitenprojekt, das jedoch übermäßig großen Einfluss an den Hochschulen, auf Medien und Politik gewonnen hat. Viele der extremen Protagonisten des intersektionalen Feminismus arbeiten am zwischengeschlechtlichen Unfrieden statt an Wegen der Kooperation oder gar Synergie. Männer werden nur akzeptiert, wenn sie sich der radikalfeministischen Ideologie unterordnen oder ihre Männlichkeit verleugnen.

Der moderne Feminismus ist extremistisch

Männer sind toxisch, Frauen die Opfer, so lautet das Lieblingsnarrativ des postmodernen Feminismus. Es beruht auf Vorurteilen, Stereotypen und kann in der Gesamtheit der Frauen und Männer keine empirische Gültigkeit aufweisen. Vor allem alte, weiße Männer sind Feindbild und oft auch Hassobjekt der Aktivistinnen. Im psychologischen Sinne eine vollkommene Projektion aller ungeliebten und unreflektierten Eigenanteile und Lebenserfahrungen auf ein Objekt. Weil es so einfach und offenbar überzeugend ist, Männer wie Trump oder Putin mit dem Mann schlechthin gleichzusetzen, folgen zu viele Menschen dieser naiven, aber auch gefährlichen, Weltsicht.

Die Misandrie, die negative Sicht auf Männer von der Verunglimpfung bis zum Hass, gehört zum Grundbekenntnis des heutigen Feminismus. Dass dieser keine tolerante, humanistische Bewegung ist, erschließt sich schnell bei der Wahrnehmung der Quellen und Aussagen, wird aber in der Öffentlichkeit selten wahrgenommen. Der heutige Feminismus, der eine radikale Ideologie darstellt, lebt vom Ansehensbonus des Feminismus vergangener Jahrzehnte als berechtigte Befreiungs- und Emanzipationsbewegung. Damals ging es um Gleichberechtigung und Befreiung. Heute geht es um Macht und Diskriminierung Andersdenkender. Gleichzeitig postuliert eine mächtige Strömung des Feminismus heutzutage, dass die Geschlechter an sich ausschließlich sozial konstruiert und nahezu beliebig veränderbar seien.

Die biologischen Aspekte des Menschseins werden in dieser Welt des radikalen Konstruktivismus einfach abgeschnitten und verleugnet. Dazu passt auch die Manipulation der Sprache durch die akademisch-wirklichkeitsferne Gendersprache, die das Männliche unsichtbar machen will (siehe auch „Gendersprache, Sprachgesundheit und Männerfeindlichkeit“). Wenn etwa nur noch von Ärzt*innen die Rede ist, sind die männlichen Ärzte darin nicht mehr enthalten. Und dies ist auch das tatsächliche Ziel der vermeintlich geschlechtergerechten Gendersprache.

Frauen und alles Nicht-Männliche als das Bessere – aber wie viele Geschlechter gibt es denn jetzt?

Obendrein besteht noch ein deutlicher Widerspruch innerhalb der postfeministischen Ideologie: Einerseits sind weiße, alte Männer der Ausdruck des Bösen, andererseits sind Geschlechter beliebig konstruiert. Was würde geschehen, wenn die alten weißen Männer auf einmal Frauen sein wollten? Es scheint, dass diese Männer nur ihrer Haltung abschwören und ihre Privilegien ablegen müssten, um Absolution zu erreichen. Hier wird der quasireligiöse Charakter des heutigen Feminismus deutlich. Und es gibt auch ein satanisches Prinzip in dieser Ideologie: Das ist das Patriarchat, das im Sinne einer meist unsichtbaren Verschwörung den Frauen schaden und sie von der Gleichberechtigung abhalten will. Die Sichtweisen und Haltungen des Postfeminismus, der eng mit anderen Ideologien wie Genderismus, Wokeness und kritischen Gerechtigkeitstheorien verknüpft ist, weisen unverkennbar Merkmale gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und quasireligiöser Bewegungen auf. Sie sind aber aus intellektueller Sicht unterkomplex und einfach nur banal und simpel. Genderwissenschaften sind – bis auf wenige Ausnahmen – Pseudowissenschaften und mehr Quasireligionen. Sie als solche zu entlarven, ist eine wichtige Aufgabe moderner Aufklärung.

Feminismus heute: Eine Ideologie voller Widersprüche und quasireligiöser Züge

Nicht selten werden Unterschiede zwischen den Geschlechtern vom Feminismus und den Genderwissenschaften, im Folgenden wegen des pseudowissenschaftlichen Charakters „Genderismus“ genannt, sowieso geleugnet oder als Machtinstrumente des Patriarchats bezeichnet. Kurz: Es herrscht also im postmodernen Feminismus eine Welt voller Widersprüche und Irrationalitäten vor. Einerseits sind Männer Feindbild, andererseits sind Geschlechter ohnehin fluide, also nahezu beliebig veränderbar. Dies tut der Beliebtheit der Ideologie in ihrer Kernbubble aber keinen Abbruch. Sie überzeugt durch Empörungskultur, Opfermentalität und Hysterie.

Viele Beobachter schreiben dem postmodernen Feminismus automatisch eine Seriosität zu, weil sie daran gewöhnt sind, dass es um Frauenrechte und Ungerechtigkeit geht. Das wäre auch nach wie vor notwendig, etwa in Hinblick auf die Lage von Mädchen und Frauen in islamischen Ländern. Dass sich die Welt des westlichen, postmodernen Feminismus inzwischen ins Irrationale und Sektiererische verabschiedet hat, ist vielen Beobachtern noch nicht klar. Wo heutzutage im Westen Feminismus als Etikett auftaucht, sind oft autoritär linke, menschenfeindliche Ideologien enthalten.

Und da der Feminismus als Emanzipations- und Gleichberechtigungsbewegung von Frauen sich schon lange zu Ende gesiegt hat, muss er sich ständig neu erfinden und immer mehr radikalisieren, um zu überleben. Schließlich hängt am Feminismus, insbesondere im öffentlichen Bereich, inzwischen ungeheuer viel Geld.

Der Feminismus inszeniert sich als hypermoralische Gerechtigkeitspolizei

Lösung der Wahl war, sich als hypermoralische Gerechtigkeitspolizei zu inszenieren, und damit in einem größeren vermeintlich gesellschaftskritischen Kontext aufzugehen, ohne das Frauenthema das nun mehr vom Transgenderthema mutierte, völlig aufzugeben. In einem Kontext identitätspolitischer, postmarxistischer Aktivisten formieren sich die Stimmen der vermeintlich Fortschrittlichen: Genderisten, Sexismusbekämpfer, Antirassisten, Antipostkolonialisten und was die postmoderne Gesellschaftswissenschaft sonst noch so an Trends und Neologismen hergibt.

Diese radikalen Ideologien brauchen alle ein perfekt passendes Feindbild. Dazu eignet sich der weiße, alte Mann in vorzüglicher Weise, da nur ganz wenige dieser Exemplare Parteigänger der benannten akademisch-elitären-wirklichkeitsbefreiten Bewegungen sind. Die als Wokeismus bezeichnete Gesamtbewegung ist inzwischen in vielen Ländern des Westens so mächtig, dass sie vielen Menschen Angst macht. Woke bedeutet so viel wie „erweckt“ oder „aufgewacht“. Ein weiterer deutlicher Hinweis auf die quasireligiöse Mentalität der Bewegung. Insbesondere in den Leitmedien ist es dem Wokeismus gelungen, sich tief zu verankern und die Welt immer wieder mit Falschbotschaften und verzerrten Realitätsdarstellungen zu infiltrieren.

Der Wokeismus funktioniert wie ein religiöser Wahn

Auch dass man enge Freunde verliert, wenn man seine „wahren“ Gedanken äußert, wird zunehmend beklagt. Durch die vermeintlich befreienden Bewegungen des Feminismus, Antirassismus usw. gewinnen die Menschen nicht an Freiheit, sondern verlieren wichtige Freiheitsbereiche. Die freie Meinungsäußerung und die Freiheit zur Entfaltung der Persönlichkeit sind zwei davon. Erinnert das Ganze an religiöse Praktiken? Ganz sicher und auch ganz sicher kein Zufall! Wir befinden uns mitten in einem religiösen Wahn, den immer mehr Menschen teilen. Der Begriff „woke“, der so viel wie aufgewacht oder erweckt bedeutet, macht nur in solchen Kontexten Sinn.

Erweckt fühlt sich überlicherweise, wer unter Drogeneinfluss steht, oder glaubt, als Auswerwählter die Wahrheit erblickt zu haben. Insofern ist die zunehmende Verbreitung woker Botschaften über Sexualität, Sexismus, Rassen, Transsexuelle einerseits und weiße, alte Männer als Feindbild sowie Weiß-Sein als Mentalität andererseits Ausdruck eines religiös geprägten, wissenschafts- und aufklärungsfeindlichen Weltbilds. Millionen Menschen glauben inzwischen, dass nicht nur Frauen menstruieren, dass Männer die Ursache von Toxizität in dieser Welt sind und ähnlich absurde Botschaften.

Ein besonders bizarres Erscheinungsbild woker Kontexte sind Selbstbezichtigungen von Männern, um in einem solchen Ritual Lossprechung und Zugehörigkeit zu erhalten. Sie bekennen sich dann zu ihren quasi angeborenen Privilegien und schwören diesen ab.

Differenzierte Positionen nötig

Dabei sind im Geschlechterverhältnis ganz andere Wege nötig, um einen gerechten Ausgleich vor dem Hintergrund von Gleichberechtigung und unter Wahrung der Geschlechtsunterschiede zu erreichen. Damit es zu einer konstruktiven Entwicklung im Geschlechterverhältnis kommt, sind differenzierte, empathische und ehrliche Positionen nötig. Diese werden aber zu selten realisiert, denn im Medienbetrieb, in der Politik und - zunehmend auch - im Wissenschaftsbetrieb setzt sich das Grobschlächtige durch. Und das sorgt für immer mehr Polarisierung. Nicht zu vergessen ist jedoch, dass Frauen und Männer als Gruppen im Binnenverhältnis heterogener als die Unterschiede zwischen beiden Gruppen groß sind. Mit anderen Worten: Es gibt so viele Varianten des Weiblichen und des Männlichen, dass es kaum gelingt, die beiden Gruppen in ihrer jeweiligen Einzigartigkeit adäquat zu beschreiben. Dennoch ist die Grundlage der menschlichen Natur die Binarität der Geschlechter.

Und genauso wie es unter Frauen emotionale Übertreibung, Erpressung und Manipulation als Problemlage einzelner Frauen gibt, können einzelne Männer extrem sexistisch, gewalttätig und zerstörerisch sein. Aber weder das eine noch das andere Phänomen rechtfertigt die Aussage, dass Männer toxisch und Frauen manipulativ sind. Es kommt stets auf die Differenzierung an. Während es aber in den letzten Jahren nahezu unmöglich geworden ist, kritische Anmerkungen zu Frauen des öffentlichen Lebens und zum Feminismus zu machen, ohne als frauenfeindlich etikettiert zu werden, ist dies auf der Seite der Männer in beliebiger Form möglich. Es bedarf einer Offenheit für Kritik und Bereitschaft zur Selbstreflektion, um Gerechtigkeit für Männer und Frauen und zwischen den Geschlechtern zu erreichen.

Postmoderner Feminismus bietet Männern keine Befreiung

Der postmoderne Feminismus heutiger Tage bietet den Männern kein adäquates Befreiungsangebot, sondern versucht sie via „Gleichstellung“, die faktisch wie Gleichschaltung betrieben wird, nach den Vorstellungen der feministischen Aktivistinnen zu formen. Auf die negative Darstellung von Männern in Medien und Öffentlichkeit und den faktisch für Männer antiemanizipatorischen Veränderungsdruck reagieren viele meist verdeckt oder seltener offen mit Ärger, Schuldgefühlen und Groll. Diese Gefühle dürfen wiederum nicht gezeigt werden, da der Mann sich fürchten muss, wegen seiner Reaktionen gesellschaftliche Ablehnung oder weitere Ächtung zu erfahren oder lächerlich gemacht zu werden, wie die Darstellung von Männern in Werbung und Fernsehproduktionen zeigt. Auch drohen Karrierenachteile, wenn sich Männer kritisch zum Feminismus äußern, weil Feminismuskritik fälschlicherweise mit Frauenfeindlichkeit gleichgesetzt wird. Dies ist ein für radikale Feministinnen allzu bequemes Framing, das sie in ihrem Extremismus gegenüber Männern und anderen Gesellschaftsfragen schützt, in Wirklichkeit jedoch völlig unzutreffend ist.

Wo bleibt die Wende in der Geschlechterpolitik?

Für eine Wende in der Geschlechterpolitik im Allgemeinen und in der Männerpolitik im Speziellen ist es höchste Zeit. Auf Dauer ist das pauschale Negativframing gegenüber Männern und die undifferenzierte Verunglimpfung als toxisch schädlich für Männer und auch für Frauen. Viele Partnerinnen, Mütter und weise Frauen sind es leid, dass Männer pauschal negativ dargestellt werden. Das gesellschaftliche Klima zwischen den Geschlechtern verschlechtert sich durch den Extremismus des postmodernen Feminismus immer mehr. Männer werden außerdem durch die Zunahme prekärer Lebens- und Arbeitsformen, in die sie durch schlechtere schulische und universitäre Ausbildung und durch Quoten- und überkompensatorische Gleichstellungspolitik geraten, zunehmend benachteiligt. Bisweilen radikalisieren sie sich aufgrund dieser Negativentwicklung.

Dieser Radikalisierung müsste durch eine kluge Geschlechterpolitik präventiv begegnet werden. Die Symptome, die bei genauer Analyse schon länger deutlich beobachtbar sind, zeigen eine große Ignoranz der Politik gegenüber den Problemen von Männern. Nach wie vor gibt es kein Bundesministerium, das sich um die Belange von Männern kümmert. Das BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) ist zu einer Kaderstätte des postmodernen Feminismus mutiert (siehe auch „Ich wünsche mir ein Familienministerium, das sich auch um Jungen und Männer kümmert…“).

Männer zu besseren Frauen zu erziehen, ist keine Lösung

Dabei gibt es einen dringenden Bedarf zur Umsteuerung in der Geschlechterpolitik. Es ist nämlich schon länger bekannt, dass sich Jungen immer problematischer entwickeln, weniger Jungen als Mädchen das Abitur schaffen und viele Jungen ab der Pubertät in Problemverhaltensweisen wie Gaming und Drogenkonsum abrutschen. Dies geschieht oft aus Enttäuschung und Frust über die Entwicklung in der Realität (Schule, Beruf, Gesellschaft). Die Politik weigert sich nach wie vor, daraus die nötigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Männerpolitik besteht nach wie vor darin, Männer zu besseren Frauen zu machen und ihre echten oder vermeintlichen Privilegien abzubauen. In der offiziellen Agenda zur Gleichstellungspolitik des Bundes heißt es, dass Männer sich sensibler ihrer klassischen Verhaltensmuster bewusst werden sollen, Privilegien abgeben sollen, im Zweifelsfall aber gegenüber der modern verkleideten Gleichstellungspolitik einfach den Mund halten sollen. Immer wieder wird deutlich, dass aus der Sichtweise der feministischen Gleichstellungspolitik Männlichkeit prinzipiell toxisch, Frauen und Weiblichkeit prinzipiell positiv ist. Daher sind Männer immer mehr nach weiblichen und feministischen Prinzipien zu behandeln und im Zweifelsfall auch umzuerziehen. In Wirklichkeit nämlich ist die Gleichstellungspolitik weitgehend unsensibel für Probleme und Benachteiligungen von Männern. Es handelt sich um alten Feminismus in neuem Gewand.

Auch regierungsamtliche Propaganda macht den Feminismus nicht männerfreundlich

Diese Politik wird unterstützt von Schriften wie „Warum Feminismus gut für Männer ist“ des niederländischen Autoren Jens van Tricht, einem Genderwissenschaftler, der euphorisch Männer aufruft, für den Feminismus zu kämpfen. Das Befremdliche an dem Buch ist, wie sehr sich der Autor abmüht, Männern den Feminismus schmackhaft zu machen und es ihm trotzdem nicht gelingt. Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass Männer respektvoll und gleichberechtigt mit Frauen umgehen können, ohne Feministen werden zu müssen. Und darüber hinaus sollten sie geschlechtssensibel mit sich selbst umgehen, ohne sich als Männer negativ zu bezichtigen.

Dass Männer für Männer, Frauen und Kinder eintreten, ist schon lange die Lebensrealität der meisten Männer und dies heißt nicht Feminismus, sondern Humanismus – oder ganz einfach: ein guter Mann sein. Die Schrift von Jens van Tricht wurde auch von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) herausgegeben, was eher propagandastisch zu werten ist und nicht für Ausgeglichenheit sorgt. Die BpB hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einer woken Propagandaabteilung des genderistischen Zeitgeistes entwickelt und verspielt jeden Tag aufs Neue ihren Ruf.

Dass es für Frauen und Männer einer differenzierten, ausgewogenen und insgesamt gerechten Geschlechterpolitik braucht, bleibt bei aufgeblähten Ansätzen wie dem von Jens van Tricht auf der Strecke. Es bedarf gemeinschaftlicher Anstrengungen von wohlmeinenden und diskursfähigen Männern und Frauen, um das Klima zwischen den Geschlechtern zu retten.

Geschlechterpolitik neu denken!

Es bedarf vielmehr einer umfassenden Wende in der Geschlechterpolitik, welche auch die Problemlagen und Benachteiligungen von Männern, etwa den Gender-Empathy-Gap in den Blick nimmt und abbaut. Ziel muss eine gerechte Balance zwischen den Geschlechtern sein, die auch die Benachteiligungen von Männern (kürzere Lebensdauer, mehr Berufsunfälle, mehr Tätigkeit in Stressberufen, keine hinreichenden Rechte als Väter nach Trennung und Scheidung, mehr Wohnungslose und Suchtkranke usw.) in den Blick nimmt und auflöst. Wenn die Rede von einem Mehr an Gerechtigkeit in der Geschlechterpolitik ist, müssen die Ungerechtigkeiten für Männer ebenso ins Auge genommen werden wie die für Frauen. Die Lösung für eine balancierte, gerechte Geschlechterpolitik kann nicht im Feminismus, sondern nur im Humanismus, der eine umfassende Philanthropie (Menschenfreundlichkeit, Menschenliebe) anstrebt, liegen.

In der Gleichstellungspolitik geht es in Richtung Überkompensation

Gleichstellungspolitik hat in der Bevölkerung einen positiven Stellenwert. Die Realität sieht anders aus. Einerseits wird einseitig die Gleichstellung von Frauen in benachteiligten Lagen gefördert, während Benachteiligungen von Männern (kürzere Lebenserwartung, Zwang zum Militärdienst im Kriegsfall, höhere Suizidquoten, Verlust des Zugangs zu eigenen Kindern nach Scheidung) keine Rolle spielen. Andererseits entwickelt sich Gleichstellungspolitik mehr und mehr in eine überkompensatorische Richtung. Es geht immer öfter nicht in die Richtung der Erfüllung der Parität, sondern in Richtung einer Überfüllung, jedenfalls dort, wo es sich um privilegierte Positionen handelt, z.B. in Medienanstalten, in öffentlichen Verwaltungen und in Ministerien. Es wird von Seiten des Postfeminismus immer noch geklagt, Männer – vor allem ältere weiße – würden unberechtigte Privilegien einnehmen. Dieses Narrativ dient als Legitimation der überkompensatorischen Gleichstellungspolitik, selbst wenn schon eine Parität erreicht ist. Eine besondere Privilegierung von Männern ist aber oft schon gar nicht mehr gegeben oder wird mit hohen persönlichen Kosten (Arbeitseinsatz, Freizeitverlust) bezahlt.

Bei sozialen Randgruppen (Wohnungslose, Randgruppen, Strafgefangene) sind Männer deutlich häufiger vertreten als Frauen. Ganz sicher kein Anzeichen von Privilegierung! Auch hier hilft den betroffenen Männern keine gleichstellungspolitische Agenda. Die Propaganda vom privilegierten Patriarchat ist vor allem nützlich zur nachhaltigen Umgestaltung der Gesellschaft, in der Frauen – zumindest im öffentlichen Bereich wie Politik, Hochschulen, Verwaltung und Medien – dann bald überall deutlich mehr als 50% der qualifizierten und herausgehobenen Positionen einnehmen werden. In der Gleichstellungspolitik des Bundes und der Länder gibt es keinen Steuerungsmechanismus gegen die Überkompensation der privilegierten Positionen mit Frauen.

So werden in wenigen Jahren Frauen mit höheren Prozentanteilen in hochqualifizierten Positionen des öffentlichen Dienstes vertreten sein als Männer, während bei den prekären und einfachen Tätigkeiten (Hoch- und Tiefbau, Reinigungs- und Wachdienste, Sicherheitsdienste, Müllabfuhr, Kraftfahrer, Taxifahrer, Schichtarbeit, Stahl- und Autoindustrie usw.) noch mehr Männer tätig sein werden als jetzt schon. Hier sammelt sich ein neues Prekariat, Männer mit niedrigen oder fehlenden Schulabschlüssen und Qualifikationen. Für diese Bereiche ist natürlich keine Gleichstellungsquote vorgesehen.

Immer mehr Männer in prekären Arbeitsverhältnissen

In prekären Arbeitsverhältnissen finden sich schon jetzt überzufällig viele Männer aus der sozialen Unterschicht und mit migrantischem Hintergrund. Dies wird sich in Zukunft fortsetzen, wenn nicht jetzt gegengesteuert wird. Dafür besteht aber in den Gleichstellungsplänen der Bundesregierung und der Landesregierung kein Bewusstsein und auch kein erkennbares Interesse. Die gesellschaftliche Polarisierung in privilegierte und nicht-privilegierte Biographien auf der Basis von Geschlechtern wird vor dem Hintergrund der immer weiter differierenden Bildungslaufbahnen von Jungen und Mädchen weiter zunehmen. Jungen werden – auch aufgrund der feministischen Tendenzen im Bildungsbetrieb – immer mehr zu Verlierern hinsichtlich der wichtigen Schul- und Hochschullaufbahnen. In der internationalen Forschung ist schon seit Jahren von „boy crisis“ die Rede, vom die deutlich schlechteren Zukunftschancen von Männern zu bezeichnen.

Die Politik in Deutschland hat darauf bislang nicht in erkennbarem Ausmaß reagiert und betreibt immer noch in einseitiger Art die Förderung der – nicht immer wirklich benachteiligten - Mädchen. Das Schlimme an der misandrischen, die Jungen benachteiligenden, Entwicklung in der Gesellschaft ist, dass diese ungebremst weitergehen wird. Es gibt keine funktionierende politische Interessenvertretung der Männer. In der postfeministischen Logik ist dies auch zwangsläufig, weil Männer ja ohnehin überprivilegiert sind. Die Realität jedoch ist schon jetzt eine ganz andere. In jedem Jahrgang erreichen 10% weniger Jungen als Mädchen die Hochschulzugangsberechtigung (Abitur). In wenigen Jahren wird Gleiches für die Hochschulabschlüsse gelten. Die zuständigen Ministerien auf Landes- und Bundesebene haben alle das Thema Frauen und Jugend im Portfolio. Nirgendwo im Bund oder den Ländern gibt es ein Ministerium, dass sich gezielt um Männer und deren Zukunftsaussichten kümmert. Wenn es eine Politik für Jungen gibt, dann zielt diese darauf ab, sie zu Anhängern des Feminismus zu machen oder sie frühzeitig in ihrer psychosexuellen Entwicklung mit LGBTIQ-Ideologie zu konfrontieren.

Ein Entwicklungsprogramm für Jungen zum Mann mit klassischen Tugenden und modernen Werten zugleich, wie dies für die Mehrheit der Jungen wichtig wäre, ist nirgendwo vorhanden. Die schon heraufgezogene Krise der Jungen wird sich zu einer ausgewachsenen Krise der Männer entwickeln, wenn nicht endlich gegengesteuert wird. Klar ist: Nach jahrzehntelanger einseitig feministischer Orientierung in der Geschlechterpolitik muss sich diese ändern. Es ist ein Gebot der Gerechtigkeit und des Humanismus, sich für Verbesserung der Lebensbedingungen und -aussichten aller Menschen einzusetzen. Dies fehlt unserer gegenwärtigen Regierungspolitik, die Menschen nur auf einem, dem feministischen, Auge sieht.

Feindselig polarisierte Frauen und Männer – das darf nicht sein!

Ein Aspekt, der in der Geschlechterdebatte und noch mehr im Geschlechterverhältnis wenig offensichtlich wird, ist die Funktionalität des postmodernen Feminismus, also der tiefere Zweck und die Absichten der Bewegung. Dieser lehnt Männer und Männlichkeit vollkommen ab, es sei denn die Männer ordnen sich dem Feminismus unter und dienen ihm. Etliche sogenannte Männerexperten verfolgen neben manchen emanzipativ erscheinenden Aussagen genau diesen Weg der Unterordnung und Anpassung. Im Gleichstellungsdossier des Bundesfrauenministeriums (BMFSFJ) von 2020, das vom Schweizer Psychologen Markus Theunert erarbeitet wurde, wird eine solche Position eingenommen. Man betrachtet sich als Kämpfer gegen das böse Patriarchat, das an allen Ecken des gesellschaftlichen Lebens latent lauert. Es bleibt mehr als zweifelhaft, ob dieser Weg für Männer nützlich ist. Im Zweifelsfall sollen sich die Männer, so das Dossier, einfach unterordnen, bei der Gleichstellung für Frauen mithelfen oder „einfach mal die Klappe halten“.

Dass es auch für Männer zahlreiche Benachteiligungen gibt, bleibt in solchen politischen Papieren, die vom Feminismus bestimmt sind, unerwähnt. Dabei erleiden Männer auch etliche Benachteiligungen und Diskriminierungen. Die feministischen Konzepte, die nur Frauen als Opfer darstellen, polarisieren Frauen und Männer immer mehr, schaffen Missgunst und gegenseitige Ablehnung. Das darf nicht sein!

Das Patriarchat als quasireligiöse Erbsünde

Der latente Zweck der postfeministischen Bewegung besteht im Säen von Zwietracht zwischen Bevölkerungsgruppen, besonders zwischen den Geschlechtern, letzten Endes auch in der Auflösung der biologisch determinierten Zweigeschlechtlichkeit. Aus dem Vorhandensein weniger biologischer Abweichungen von der Geschlechtsbinarität werden aus einseitig verkürzter sozialwissenschaftlicher Perspektive Dogmen von der Vielgeschlechtlichkeit abgeleitet, die einer soliden wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Es sich dabei um sexuelle Identitätskonstruktionen im psychologischen Sinne und nicht weitere Geschlechter im biologischen Sinn.

Besonders deutlich wird die innere Haltung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit des Radikalfeminismus am Umgang und der Stigmatisierung alter, weißer Männer, die als besonders geeignetes Feindbild erkoren wurden. Angeblich treibt ein böses Patriarchat sein Unwesen, das für allerlei Ungerechtigkeiten und Schlechtigkeiten dieser Welt verantwortlich ist. Überflüssig zu sagen, dass dies ein quasireligiöses, mythologisches Weltbild darstellt, denn auch das Böse darf in solch simplen Ideologien nicht fehlen. Dabei wird der imaginierte Patriarch (weiß, männlich, alt) mit dem Teuflischen gleichgesetzt.

Das Patriarchat funktioniert wie die biblische Erbsünde, bezogen auf alle weißen Männer, die ohne es zu wissen von diesem sündhaften Makel („Privileg“) befallen sind. Dagegen ist das Leben der Männer ist der Postmoderne ist in der Realität alles andere als patriarchal. Nur wenig, wirklich privilegierte Personen, vor allem Familien, verfügen über Macht, Geld und Einfluss. Daher sollte nicht von Patriarchat, welches ein sexistischer Begriff ist, sondern von Oligarchie die Rede sein. Dabei handelt es sich aber um Familien bzw. Clans, die in der Tat enorme Macht auf wenige Personen kumulieren.

Angst und Scham im Leben des postmodernen Mannes

Eines der Grundgefühle, die Männern heute stärker denn je vermittelt werden, ist Angst. Dies kann durchaus auch schützen. Aber die Angst, die Jungen schon in der Erziehung und im Bildungsbereich vermittelt wird, hat die Funktion einer umfassenden Disziplinierung. Es geht darum, dass sie sich fürchten sollen, so wild und ungestüm zu sein, wie sie sind, sich so zu entwickeln, wie sie sich entwickeln könnten. In der Folge entsteht dann ein Schamgefühl für das, was sie verstecken oder temporär vielleicht doch mal von sich zeigen.

 Sie haben früh gelernt, dass es nicht gut ist, dass sie so sind, wie sie sind. Es ist besser für sie, sich vorauseilend anzupassen, um nicht abgelehnt oder getadelt zu werden. Jungen sollen ihre jungentypischen Potentiale von Anfang an unterdrücken. Dies bedeutet, dass sie nicht konkurrieren, wild toben, sich körperlich ausdrücken, rangeln und sich messen sollen. All dies ist in den Augen des Postfeminismus toxisch. Es könnte Mädchen und späterhin Frauen beeinträchtigen oder verletzen. Deshalb muss es so früh wie möglich unterdrückt oder ins Gegenteil verkehrt werden. Männer sollen sich ihres Wesens als Mann, in dem nach dieser Ideologie der potentielle Täter steckt, schämen, indem sie sich für potentielle Täter halten.

Schäm Dich, Du bist ein Mann!

Dabei geht es in Wahrheit nicht um Gewalttätigkeit, die zu ächten ist. Es geht um die vitale Kraft im Männlichen: Als Erfinder, als Beschützer, als Lenker, Denker und Kritiker. Das Narrativ der toxischen Männlichkeit bedient exakt diesen Mechanismus, dass Männer sich als falsch und unpassend empfinden, um sich dann nicht mehr durchzusetzen, zu behaupten oder ihre Stärke in angemessener Weise zu zeigen. Das Paradoxe dabei ist, dass nicht nur Männer diese Potentiale mögen, sondern dass sie auch von den meisten Frauen darum gemocht und geliebt werden. Männer werden von der Mehrzahl der Frauen als Beschützer, als starke Männer und als Kraftspender geschätzt.

Nur Frauen mit neurotischen Problemen – übertriebenen Ängsten, Selbstwertdefiziten – versuchen Männer von Anfang an zu unterdrücken und ihrer Kraft zu berauben. Und obendrein streben viele Frauen heutzutage genau diese klassisch männlichen Attribute an und viele junge Frauen übertreffen ihre männlichen Altersgenossen schon. Die genannten Eigenschaften werden nur nicht von den radikalen Feministinnen und den Männern, die sich ihnen als Co-Feministen andienen, geschätzt. Obwohl diese eine kleine Minderheit aller Frauen und Männer darstellen, beherrschen sie große Teile des öffentlichen Diskurses. Der tiefere Sinn des Ganzen besteht darin, dass sich Männer viel besser unterdrücken und domestizieren lassen, wenn sie Angst und Scham empfinden. Sie werden dadurch steuerbar, manipulierbar und ihre Kraft schwindet dahin. Sowohl die innere als auch die nach außen wirkende Kraft.

Domestizierung des Mannes, Selbstbezichtigung und Scham: Wohin führt das alles?

Wohin führt das Ganze? Mit Sicherheit für die Männer nicht in die Freiheit. Die Inquisition und andere historische Beispiele zeigen, was passiert, wenn man die Menschen zu erzwungenen oder informell erpressten Selbstanklagen bringt. Immer wieder waren es totalitäre Bewegungen, die die Menschen zu Selbstbezichtigungen geführt haben. Ob es der Stalinismus, der McCarthyismus, die Verfolgung vermeintlicher Häretiker war, auf der einen Seite standen die religiös-dogmatischen Religionseiferer, auf der anderen Seite die ängstlichen Verfolgten, Angeklagten, zu Minderheiten gemachten. Interessant ist es, dass es heutzutage der Postfeminismus und die eng assoziierten Identitätsprotagonisten vermögen, solche Reaktionen wieder auszulösen.

Totalitäre, dogmatische Regime und Zeiten erzeugen Feigheit, Opportunismus, Konformismus, Doppelmoral und Lügen. Auf diesem Weg befinden wir uns wieder. Diesmal ist alles digital, hybrid und sonstwie kaschiert. Die Diktatur tritt auch gerne im Schafspelz auf. Wer die Leitmedien kritisch beobachtet, weiß, was gespielt wird. Dort haben woke und postfeministische Ideen schon große Fortschritte gemacht. Nehmen wir die Gendersprache, die ein ursprünglich feministisches und inzwisches wokes Vorzeigeprojekt darstellt. Diese Kunstsprache beherrscht den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) fast vollständig und macht Männer immer mehr „unsichtbar“. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung diese Kunstsprache ablehnt, wird sie immer weiter propagiert.

Wokeismus und kritische Gerechtigkeitskämpfer haben den Feminismus gekapert

Feminismus und Liberalismus sind Beispiele sozialer Bewegungen, die zu großen Teilen vom Wokeismus gekapert wurden. Wie konnte das passieren? Der Feminismus wollte nicht zugestehen, dass seine Hauptaufgabe im Westen erreicht war. Kurz vor Schluss wandelte sich das Projekt zur hyperradikalen Bewegung. Der Liberalismus hatte kein Rückgrat gegen die Intoleranten und meinte auch dort, tolerant und akzeptierend sein zu müssen, wo alles Andersdenkende beschimpft und niedergebrüllt wird.

So geht es den Protagonisten sozialer Bewegungen, sie selbst ohne Substanz und Struktur sind. Heute sind sie Spielball der vermeintlich Gerechten, die sich „critical justice theory“ nennen, in Wahrheit aber Sektierer und Inquisitoren sind. Die hyperemotionale Grundstimmung in der identitätspolitischen Szene ist die Brutstätte von Verunglimpfung, Intoleranz und Hass. Die beginnt in den Köpfen und kann sich in der Realität fortsetzen. Die Identitätspolitik der Woken sorgt dafür, dass sich die Menschen mit immer kleineren Subgruppen identifizieren und gegen andere Gruppen agieren und dann auch agitieren. Es entsteht ein Stammesdenken als Gegenbewegung zur Globalisierung.

Nirgendwo Hoffnung? – vielleicht doch!

Wie werden Männer in Zukunft in unserer Gesellschaft leben? Noch wird es viele Jahre dauern, bis Männer ihre Geschlechtsrolle und -identität ohne schlechtes Gewissen und mit Selbstbewusstsein selbst definieren können werden. Die Jahrhunderte der feudalen und oligarchen Unterdrückung haben ebenso wie die Jahrzehnte des radikalen Feminismus ihre Spuren hinterlassen und dies wird sich fortsetzen, bis es zu einer Gegenbewegung seitens der Männer und wohlwollender Frauen und Mütter von Söhnen kommt. Erst wenn Männer sich vom Schuldkomplex und dem Schamgefühl, die ihnen in dieser Zeit vermittelt wurden, befreien, können sie sich wieder flexibel und frei entwickeln. Sie können dann die Möglichkeiten eines Lebens als Mann entdecken, selbstbestimmt und nicht manipuliert von postfeministischen Vorwürfen und Anforderungen. Und zu ihrem Leben als Mann gehören neue Möglichkeiten und Rollen genauso wie die Vorteile der traditionellen Männerrolle. Zu tief sitzen derzeit noch die jahrzehntelangen negativen Botschaften des Feminismus.

Anpassung ist keine Lösung – Autonomie und globale Selbstbestimmung sind der Weg

Zuerst müssen Männer erkennen, dass es keine Lösung ist, sich den Feministinnen anzupassen oder unterzuordnen. Die von Autoren aus dem Feminismus vorgeschlagenen Lösungen für Männer sind für Männer nicht gangbar, weil es ihnen Identität, Autonomie und dadurch letzten Endes Selbstwert raubt. Die von Seiten des feministischen Lagers vorgeschlagenen Wege bringen für Männer Manipulation, Scham- und Schuldgefühle sowie Abhängigkeit. Sie sind deshalb keine wirklichen Wege zur Befreiung, sondern führen zu neuerlicher Unzufriedenheit und Fremdbestimmung.

Geschlechterfrieden geht nur auf Augenhöhe. Männer müssen ihren Weg selbst finden, abseits von den Forderungen des politischen Feminismus. Sich von alten Zwängen und neuen rigiden Zuschreibungen zu befreien, sind dabei wichtige Schritte für eine selbstbestimmte und sozial verantwortliche Zukunft. Männer sollen ihr Leben mehr in die eigene Hand nehmen und genießen können. Dies umfasst auch die Freiheit von politischen Ideologien und autokratischen Machthabern, die Männer immer wieder als Kanonenfutter in Kriegen verheizt haben und es auch jetzt gerade noch tun. Die Mehrzahl der Männer war nie privilegiert, sondern Opfer von Oligarchen.

Ob sie in Zukunft eine Chance haben werden, selbstbestimmt, fair und frei zu leben, ist mehr als ungewiss. Um dies zu erreichen, kommen Bildung, Aufklärung und Psychoedukation weltweit eine entscheidende Bedeutung zu. Jeder Junge und jeder Mann soll sich geschlechtsreflektiert ein Bild über seine Rolle in dieser Welt machen können. Dafür müssen manipulative Strukturen in Bildung, Medien und Politik global überwunden werden.





Tags

Feminismus, Gender, Geschlechterfrieden, Männer, Männerrechte, Misandrie, Postmoderne, Selbstbezichtigung, toxische Männlichkeit, woke, Wokeismus


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