UA-176845053-2 Wir müssen reden: Männer, Männlichkeit, Misandrie.

Mai 29

0 comments

Wir müssen reden: Männer, Männlichkeit, Misandrie. (Weisheit für Männer #3) 

Männer reden viel zu wenig. Über ihre Emotionen und ihre Kränkungen und Probleme. Aber auch über sich selbst im Sinne von Selbstreflektion und Selbstwertschutz. Gerade in den Medienkampagnen der letzten Zeit wurde viel zu viel über Männer und zu wenig von Männern gesprochen. In den einschlägigen Medien sprechen Frauen mehr über Männer als Männer über Männer, wobei dieses Ungleichgewicht kaum jemandem als problematisch aufzufallen scheint, zumindest von Seiten der Medienakteure, die wiederum selbst überwiegend Frauen sind. 

Die entsprechenden Artikulationen sind dementsprechend oft nicht sehr empathisch und ebenso häufig schlicht unzutreffend, leider oft auch wenig respektvoll und in den letzten Jahren zunehmend extrem und verallgemeinernd. Andersherum wäre es inzwischen völlig undenkbar. Offenbar gelingt es vielen Journalistinnen und Redakteurinnen nicht sonderlich gut, sich in Männer hineinzuversetzen. Umgekehrt würde ein solches Verhalten aufs Schärfste kritisiert und nicht toleriert. Über Männer negativ zu räsonieren und auch einfach mal kräftig abzuschimpfen, ist durchaus erlaubt, ja oft erwünscht - in der Medienwelt des 21. Jahrhunderts. Die wehren sich ja sowieso nicht!

Misandrie breitet sich seit Jahrzehnten aus

Schon lange ist Fakt: Wenn über Männer gesprochen wird, dann geschieht dies fast nur noch in negativer, abwertender Weise und oft auch voller Häme und Negativität. Die kanadischen Forscher Paul Nathanson und Katherine K. Young (McGill University) haben dies schon seit den 1990-er Jahren beobachtet. Sie beschreiben, wie diese Stimmung als Misandrie (die Verunglimpfung und der Hass gegenüber Männern) mehr und mehr gesellschaftsfähig wurde, von bestimmten feministischen Zirkeln proaktiv verbreitet wurde und sich schließlich in den Medien fest etablierte. Es gehört inzwischen in den Leitmedien zum „guten Ton“, Frauen positiv und als Opfer, Männer negativ und als - zumindest potentielle - Täter darzustellen. Die Kunst der Differenzierung ist weitgehend verloren gegangen. 

Der Prozess der Entfaltung von Misandrie dauerte Jahrzehnte und ist heute in seiner kritischen Endstufe angekommen, in der Mannsein in weiten Bereichen ein Geschlechtsstereotyp für Toxizität, mangelnde Sensibilität, Gewalttätigkeit und emotionale Zurückgebliebenheit darstellt. Männlichkeit wird automatisch negativiert, obwohl gerade in einer klaren, reflektierten und reifen Männlichkeit viele prosoziale Chancen stecken können. Es wird allgemein vorausgesetzt, dass Männer sich verändern müssen. Dies mag auf einzelne Männer zutreffen. Eine Verallgemeinerung ist jedoch grob unzulässig und disqualifiziert den Urheber der Aussage. 

Wenn heutzutage Männer pauschal verunglimpft werden, wie in vielen Medien zuletzt anlässlich der Fernandes-Kampagne, ist es Zeit, Misandrie als gesellschaftliches Problem sichtbar zu machen und dagegen Standpunkt zu beziehen. Nicht ein Zuviel an Männlichkeit ist das Problem, sondern ein Zuwenig an echter Männlichkeit auf der Basis von Mitgefühl, Beschützertendenz und Stärke. Ohnehin sollten sich Männlichkeiten in Vielfalt entwickeln, viele Formen des Geschlechtsausdrucks vor dem Hintergrund einer prosozialen und selbstfürsorglichen Kernmännlichkeit. Bis zu 50% aller Jungen in den USA erleben bis zu ihrer frühen Jugend aufgrund von elterlichen Trennungen und wenigen Männern als Lehrern keinen Mann als Bezugs- und Identifikationsfigur. Diese kommen in negativer, verzerrter und oft auch gefährlicher Weise aus den Massenmedien, besonders den sozialen Netzwerken. 

Männer nicht mundtot machen!

Dass sich nicht wenige männliche Journalisten in Leitmedien selbst bezichtigt haben, Mann zu sein und damit schon eine Gefahr darzustellen und schuldig zu sein, zeigt, wie weit die geistige und emotionale Verwirrung in Bezug auf Mannsein und Männlichkeit inzwischen schon fortgeschritten ist. Es ist heutzutage nötig, sich als Mann für Männer zu artikulieren, Stärken, Schwächen und Probleme von Männern aufzuzeigen, sich selbst zu reflektieren, die außer Rand und Band geratene öffentliche Diskussion aber zurechtzurücken und – vor allem – der nachwachsenden Generation von Jungen im Chaos von Verunglimpfung und Extremisierung zu helfen. Die in linksgrünen Kreisen viel beschworene „kritische Männlichkeit“ macht Männer eher mundtot, negiert ihre notwendigen intrapsychischen Konflikte mit radikalfeministischen Entwicklungen und zielt auf ideologische Anpassung. Solcherart kritische Männlichkeit ist eine Form linker Ideologie. Richtig wäre es, Männern Wege zur gelingenden Bewältigung der Anforderungen der modernen, hochdifferenzierten, digitalen Welt aufzuzeigen, statt sie in platte Schablonen des Problematischseins hineinzupressen.

Dass Männer über Frauen in der Öffentlichkeit oder den Medien sprechen, geschieht so gut wie gar nicht mehr. Dies gilt dann als patriarchalisch, übergriffig und misogyn. Männer haben daher – zu Recht – Angst, sich diesbezüglich zu artikulieren. Damit wurde der zwischengeschlechtliche Diskursraum erheblich eingeschränkt und ist praktisch zur Einbahnstraße „Frauen reden über Männer“ geworden. Der Umgang der Geschlechter mit einander droht unter dem Einfluss radikalfeministischer Ideologie mehr und mehr zum Krieg zwischen den Geschlechtern zu werden. Eine problematische Entwicklung, die besonders durch politische Korrektheit, Framing, Stigmatisierung, Gendersprache und Negativverzerrung entstanden ist. Folge dieser Negativentwicklung ist, dass Männer nur noch im Kreise anderer Männer über Frauen sprechen. Der Dialog zwischen den Geschlechtern erlahmt immer mehr oder wird nur noch als Scheindialog mit feministisch überangepassten Männern geführt. Es ist völlig in Ordnung, sich für Gleichberechtigung der Frauen einzusetzen. Gleichzeitig sind aber auch die Benachteiligungen der Männer zu berücksichtigen (siehe ausführlich unter Zehn Gaps und Diskriminierungen von Männern und was dagegen getan werden kann).

Die moderne Welt der Ungleichgewichte

Die Relationen zwischen den Geschlechtern haben sich vollkommen verschoben. Auch bei den Studierenden und Absolventen vieler Humanberufe wie Medizin, Psychologie und Pädagogik findet sich ein eklatantes Geschlechterungleichgewicht zu Lasten der Männer. Es ist nicht nötig, dies gut zu finden, weil es Ausdruck eines ungesunden Ungleichgewichts ist, genau wie es vor Jahrzehnten andersherum der Fall war. Überhaupt sind Wahrnehmung und Kommunikation in Bezug auf Menschen völlig hypersexualisiert, während gleichzeitig die biologische Zweigeschlechtlichkeit von woken Ideologen – oft sehr aggressiv - abgelehnt wird. Dies erzeugt Einschüchterung und Resignation, im Extrem auch massenpsychotische Reaktionen, aber keinen wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen Fortschritt. Die Kommunikation und Forschung zu zwischengeschlechtlichen Interaktionen ist so hoch emotionalisiert und ideologisiert, dass viele – vor allem männliche – Wissenschaftler davon Abstand nehmen, sich in diesem Bereich zu engagieren. Es könnte ein Karrierekiller werden. Alle diese Entwicklungen sind Negativindikatoren für den gesellschaftlichen Zustand (vgl. Woke*, trans*, gender*, divers*! – Die apokalyptischen Reiter der freien Gesellschaft?). Es braucht Umkehrung und mutige Klarstellungen gegen die hochideologisierte Gehirnwäsche der Öffentlichkeit.

Männer und Frauen mögen sich - aber Frauen mögen Männer immer weniger

Männer und Frauen stehen in ihrer Mehrheit positiv zueinander. Dies macht sowohl evolutionspsychologisch als auch gesellschaftlich großen Sinn. Denn um gesellschaftliche Stabilität zu erhalten braucht es Familien, Partnerschaften und Fortpflanzung. Dieser gesellschaftliche Konsens wird jedoch immer fragiler. In einer aktuellen Befragung, die im „New Statesman“ veröffentlicht wurde, in Großbritannien gaben 72% der Männer und 50% der Frauen an, dass sie dem anderen Geschlecht positiv gegenüberstehen. 21% der Männer und 29% der Frauen schilderten ihre Einstellung als neutral. Aber - und das ist bedenklich - 7% der Männer sagten, dass sie den Frauen negativ gegenüberstehen, während dreimal so viele Frauen (21%), betonten, dass sie den Männern mit einer negativen Einstellung begegnen. Hier wird die jahrzehntelange misandrische Propaganda gegenüber Männern und Männlichkeit deutlich, weil so viele Frauen nicht persönlich negative Erfahrungen mit Männern gemacht haben. Viele übernehmen also die in Medien verbreiteten Narrative von der toxischen Männlichkeit. Am Ende werden Frauen wie Männer in ihrem Alltag immer unzufriedener, oft unglücklicher. Zwischengeschlechtliche Beziehungen werden instabiler und Familien fragiler. 

Männer und Frauen sind keine psychischen Mängelwesen

Der moderne Mann wird als Mängelwesen porträtiert. Ein Wesen, das ständig korrigiert, therapiert und umerzogen werden muss. Das ist jedoch keine wissenschaftliche Erkenntnis, sondern politisch motivierte Propaganda. Dies zu erkennen, ist der erste Schritt zur Veränderung. Männer sind anders als Frauen, jeder Mann ist anders als andere Männer und - vor allem - sind genauso voller Fähigkeiten, Möglichkeiten und Probleme wie alle. Der Blick muss sich wieder auf die Ressourcen richten, die Männer und Frauen gemeinsam, aber auch in ihrer Unterschiedlichkeit aufweisen. Die meisten Männer und Frauen sind gut. Männer und Frauen sind es zunehmend leid, in den Medien gegeneinander aufgehetzt zu werden. Dort wo Probleme bestehen, sollten diese benannt und gelöst werden mit einer humanistischen Lösungsperspektive. 

In den Leitmedien, die von linksgrünen Akteuren beherrscht werden, werden Männer zunehmend skandalisiert und stigmatisiert. Dies dient nicht der Hilfe, sondern ist Teil einer selbstgerechten Ideologiekampagne. Einzelfälle, über die mit großem Eifer berichtet wird, werden dabei schnell generalisiert mit dem Ergebnis, dass Männer im Kern problematisch, gewaltaffin und toxisch seien. So entsteht eine immer stärkere Atmosphäre von Feindseligkeit gegenüber Männern. Die Misandrie wächst und wächst, auch in der Politik, im Bildungsbereich und in den Köpfen von Kindern und Jugendlichen. Jungen und junge Männer erleiden eine immer stärkere Selbstwertkrise (vgl. Das kommende Prekariat: Jungen und Männer) und viele werden depressiv, suizidieren sich (heute schon dreimal mehr als Frauen) oder radikalisieren sich. Misandrie sorgt aber nicht nur für pauschale Entwertung eines ganzen Geschlechts, sondern auch für Schweigen und Sprachlosigkeit. Die misandrische Pauschalkampagne und die nur notdürftig kaschierten linken Strategien dahinter sollten nicht zum Erfolg einer vollkommenen Entwertung und Verunsicherung der Männer führen. 

Männer müssen sich wehren!

Die meisten Männer fühlen sich mit den misandrischen Kampagnen in den Medien zu Recht unwohl. Die Tendenz, sich zu wehren, ist noch zu schwach. Es braucht auch Mut, die Stimme gegen diese orchestrierte Hetze und die dahinter stehenden Hasskampagnen zu erheben. „HateAid“ als Beispiel verspricht Hilfe bei Verunglimpfung und Diskriminierung, liefert aber genau das Gegenteil. Die Organisation hilft keinem einzigen Mann, der sich diskriminiert und feindselig behandelt fühlt, wenn er nicht links oder Migrant ist, obwohl viele Steuergelder dorthin fließen. Obendrein ist es schwer, in den Leitmedien eine Stimme zu bekommen. Das Gute an der Fernandes-Kampagne der letzten Wochen ist, dass in den Medien der männerfeindliche Bogen überspannt worden ist und viele Männer überdrüssig sind, als potentielle Täter und toxische Unmenschen dargestellt zu werden. 

Die misandrische Propaganda extremistischer Akteure während der letzten Jahrzehnte hat Männlichkeit zutiefst schlecht gemacht. Der Effekt entspricht einer Gehirnwäsche. Wahre Männlichkeit ist gut und wird niemals einer Frau schaden wollen. Das Problem ist die Abwesenheit oder Diffusion von Männlichkeit. Ein Mangel prosozialer Männlichkeit wirkt sich toxisch aus, nicht die Anwesenheit von Männlichkeit. Der Kern eines tugendhaften Lebens für Männer, die wahre Männlichkeit erreichen wollen besteht aus Mut, Disziplin, Gerechtigkeit, Weisheit und Mäßigung. Das Wissen und die Praxis um diese Tugenden ist jahrtausendealt und wurde vor allem in der griechischen und römischen Lehre des Stoizismus entwickelt. Männer müssen und können sich selbst aus der Misere der misandrischen Gegenwart befreien. Nur so geht es: Bewusstsein entwickeln, Mut zur Gegenrede, Probleme wahrnehmen und lösen, Ressourcen zeigen und Misandrie aufzeigen, wo immer sie auftritt. Die Frauen haben es im 20. Jahrhundert auch geschafft mit ihrer Emanzipationsbewegung. 


Tags

Gender, Gewalt, Jungen, Misandrie, toxische Männlichkeit, Verunglimpfung


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren >>>

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner